Rettung naht: Programme, die dich bei der Buchhaltung unterstützen

Schicke Logos designen, benutzerfreundliche Websites programmieren oder zielgruppengerechte Social-Media-Strategien erarbeiten – alles Tätigkeiten, die dich als studentischer Freelancer zwar herausfordern, aber gleichzeitig Spaß machen. Das Leben könnte so schön und einfach sein, wenn das Freelancer-Dasein keine bürokratischen Pflichten mit sich bringen würde. Ganz verschwinden werden diese nie, aber zum Glück gibt es einige nützliche Tools und Programme, die dich beim Kampf unterstützen. In diesem Blogartikel erfährst du, wie du mit Hilfe dieser deine Buchhaltung bändigst.

 

Welchen Umfang hat eine Buchhaltung als Freelancer?

Im Gegensatz zu Unternehmen sind Freiberufler und Kleingewerbetreibende nicht verpflichtet eine doppelte Buchführung durchzuführen, müssen aber trotzdem eine einfache Buchführung (die Einnahmenüberschussrechnung + ggf. die Umsatzsteuervoranmeldung) beim Finanzamt abgeben. Das heißt, dass du als Freelancer deine Einnahmen, Ausgaben und Abschreibungen aufführen und an das Finanzamt weiterleiten musst. Darüber hinaus ist für deine eigene Planung, wie zum Beispiel die Höhe deines Stundensatzes, wichtig zu wissen, wie deine finanzielle Situation in der Vergangenheit aussah bzw. in der Zukunft aussehen wird.

Hierbei kannst du auf eine Buchhaltungssoftware zurückgreifen. Durch diese sparst du nicht nur Papier, sondern auch viel Zeit. Belege können per App eingescannt und Rechnungen direkt über das Programm verschickt werden. Außerdem hat dein Steuerberater in den meisten Fällen die Möglichkeit, deine Daten einzusehen, ohne dass sie per Post verschickt werden müssen. Nur welche?

 

Die Qual der Wahl

Ja, wie so oft gibt es eine Vielzahl von Anbietern. Damit die Auswahl nicht zu kompliziert wird, haben wir vier Buchhaltungsprogramme herausgesucht, die sich aus unserer Sicht super für Freelancer eignen. Wie immer ganz transparent: Wir bekommen eine kleine Aufmerksamkeit der Unternehmen, solltet ihr euch nach Klick auf einen der Links für eine Paketbuchung entscheiden. Unsere Auswahl hat das natürlich nicht beeinflusst. Das versprechen wir.

Lexoffice, sevDesk, Sage und Goodlance unterscheiden sich im Leistungsumfang und damit einhergehend auch im Preis. Alle vier Anbieter ermöglichen dir deine Buchhaltung nicht nur am Laptop, sondern ebenfalls über dein Handy oder Tablet zu managen. Das bringt praktische Vorteile mit sich: So kannst du beispielsweise deine Belege per Smartphone-Kamera erfassen. Nicht nur fotografierte, sondern auch per Mail empfange Belege werden mit Hilfe einer Texterkennung verarbeitet, abgespeichert und verwaltet. So suchst du nie wieder einen Beleg! Zusätzlich kannst du die Buchhaltungssoftware mit deinem Bankkonto verknüpfen, damit deine Buchhaltung immer auf dem neuesten Stand ist. Auch das Schreiben und Versenden von Rechnungen (und, wenn es sein muss, Mahnungen), mit allen vier vorgestellten Lösungen realisieren, was dir den Job als Freelancer wesentlich einfacher macht.

Die wohl wichtigste Funktion ist allerdings die direkte Verknüpfung zu ELSTER. Durch diese Schnittstelle wird alles, was du in die Buchhaltungssoftware eingetragen hast direkt an das Finanzamt weitergeleitet. Kein Manuelles-Ausfüllen und Beim-Finanzamt-Einreichen mehr nötig. Jeder, der das schon einmal analog hinter sich gebracht hat, weiß wie schwer dieser Vorteil wiegt.

In der nachfolgenden Tabelle und in den Anbieterdetails findest du noch einmal eine genaue Auflistung der unterschiedlichen Leistungen und Kosten der vier Anbietern.

 

Anbieter

      Leistungen (u.a.)

monatliche Kosten

 

Sage

  • USt.-Voranmeldung
  • Rechnungserstellung/-verwaltung

 6,72 € zzgl. MwSt.

 

→ zum Anbieter

  • USt.-Voranmeldung
  • Rechnungserstellung/-verwaltung
  • Steuerberater-Zugang

13,90 € zzgl. MwSt.

 

→ zum Anbieter

  • USt.-Voranmeldung
  • Rechnungserstellung/-verwaltung
  • Digitale Belegverwaltung

15,00 € zzgl. MwSt.

 

→ zum Anbieter

  • USt.-Voranmeldung
  • Rechnungserstellung/-verwaltung
  • Verfügbarkeitsplanung
 
 8,39 € zzgl. MwSt.

→ zum Anbieter

 

Sage

Die 1981 in Newcastle ins Leben gerufene Buchhaltungssoftware Sage ist mit 8 € pro Monat (brutto) eine der günstigsten Lösungen am Markt (außerdem ist ein kostenfreier Probemonat möglich). Natürlich sind im günstigen Paket „Buchhaltung start“ nicht alle Funktionen vorhanden. So hat der Steuerberater hier nicht die Möglichkeit, deine Buchhaltung einzusehen. Außerdem können Belege digital nur erfasst, aber nicht gebucht werden. Im Gegensatz zu Lexoffice und sevDesk wird hier auch kein Kassenbuch, das für die Buchung von Ein- und Auszahlungen verwendet wird, aufgeführt. Enthalten sind Rechnungserstellung/-verwaltung, Verknüpfung mit dem Online-Banking, Einnahmen-Überschuss-Rechnung, Gewinn- und Verlustrechnung und die Erstellung der monatlichen oder vierteljährlichen Umsatzsteuer-Voranmeldung (inkl. Elster). All diese Leistungen sind auch ganz einfach über die App von Sage abrufbar. Weitere Zusatzfunktionen können separat durch das Paket „Buchhaltung“ gebucht werden.

 

Lexoffice

Die Buchhaltungssoftware Lexoffice wird seit 2012 in Freiburg entwickelt. Für 30 Tage kannst du Lexoffice kostenlos testen, danach kostet die Version „Buchhaltung & Finanzen“ monatlich 13,90 €. Damit ist das günstigste Paket von Lexoffice im Vergleich zu Sage zwar merklich teurer, enthält dafür aber mehr Funktionen. Wie beim Konkurrenten umfasst das Paket eine Rechnungserstellung/-verwaltung, eine App (iOS und Android), eine Verknüpfung zum Online-Banking, eine Gewinn- und Verlustrechnung und die Möglichkeit einer Umsatzsteuer-Voranmeldung (inkl. Elster). Für den doppelten Preis gibt es on top einen Steuerberater-Zugang, Schnittstellen zu zahlreichen Partner-Angeboten, ein Kassenbuch und Zugriffsmöglichkeiten für mehrere Benutzer.

 

SevDesk

SevDesk wurde 2010 in Offenbach gegründet. Mit 15 €/Monat (und einer nur 14-tägigen Testphase) scheint im ersten Moment nicht allzu viel für den Anbieter zu sprechen, aber frei dem Motto „Qualität hat ihren Preis“ finden sich beim näheren Hinsehen einige Argumente. Das Buchhaltungspaket von sevDesk weist ein hohes Leistungsspektrum auf. Es beinhaltet eine digitale Belegverwaltung, eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung, ein Kassenbuch, eine Verknüpfung zum Online-Banking, die Möglichkeit zur Umsatzsteuer-Voranmeldung (inkl. Elster), eine Auftragsbestätigung, eine Rechnungserstellung/-verwaltung, eine Kundenverwaltung, einen DATEV-Export und einen Steuerberater-Zugang. Kurz durchschnaufen: Eine App gibt es natürlich auch. Wem das noch nicht reicht, kann weitere Leistungen dazu buchen.

 

Goodlance

Goodlance wurde 2016 gegründet und ist per Definition somit das einzige Startup in unserer Liste. Mit 9,99 €/Monat (Brutto) für das Premium-Paket liegt die Software im preislichen Mittelfeld unseres Vergleichs. Anders als bei den anderen drei Anbietern gibt es keine kostenlose Testphase, sondern gleich eine kostenlose Version der Software, die im Bereich Buchhaltung allerdings nur eine Funktion, das Belegmanagement, unterstützt. Die Premiumversion beinhaltet zusätzlich die Features Einnahmenüberschussrechnung, Umsatzsteuervoranmeldung, Abschreibungen, Steuerberater-Zugang, Banking und Echtzeitsteuereinschätzung. Zusätzlich gibt es Fuktionen, die nicht unmittelbar mit dem Thema Buchhaltung zusammenhängen, z. B. ein Auftragsmanagement und eine Verfügbarkeitsplanung.

 

Matze

Matze Beckh

Matze ist ein fester Bestandteil von Freelance Junior und beschäftigt sich gerne mit Themen Rund um Freelancen und New Work. In unserem Blog gibt er euch nützliche Tipps, die dich auf deinem Weg zum Freelancer-Dasein unterstützen.

Neueste Artikel