Heureka! Ich bin Maxi.

Ich kann Spagat. Ich meine nicht den Spagat, welchen ich als kleines Funkenmariechen vor 15 Jahren eifrig auf das gewienerte Parkett legte – ich meine den Spagat zwischen Sonne und Arbeit, zwischen Schuften und Vergnügen, zwischen emsigen Stunden vor dem PC und Loslassen am Strand. Den Spagat einer Freelancerin.

Ich bin eine klassische Studentin in ihren Mittzwanzigern, am Ende der Studienzeit – aber dank ordentlich viel Selbstbestimmung nicht am Ende der wertvollen Nerven. Ein gesunder Drang nach Freiheit und flexible Verfügbarkeiten machen es möglich. Sie machen es möglich, dass ich in Australien sitze, meine Masterarbeit schreibe und nebenher meinen ungewöhnlichen Lebensstandard über spannende Projekte finanziere.

Das klingt nach einer reinen Werbeveranstaltung der ganz billigen Art? Pfui. Das ist mein Alltag, hübsch zusammengepackt in zwei Absätzen. Doch ich möchte ehrlich sein: Am Anfang waren die verdammt unnachgiebig bohrenden Zweifel.

Was kann ich schon bieten? Wie funktioniert das beängstigende Steuergedöns? Lohnt sich der nervige Aufwand und bleibe ich überhaupt am Ball der Freischuftenden? Es sind nur wenige der vielen Fragen, die im brummenden Schädel kreisen. „Freelancer“ – das klingt einer großen Portion rebellischer Romantik, die der schmierige Hipster-Bruder in sein verranztes MacBook Air hämmert.

Doch die Anfänge waren leichter, als gedacht. Das staubige Finanzamt scheint nicht zwischen meinen hippen Brüdern und Schwestern und mir, der verdammten Streberin mit Musikabschluss, zu unterscheiden. Steuernummer, zack bumm - es kann losgehen. Ich verkaufe mich als die eierlegende Wollmilchsau: Gebt mir Text-, Design- und Digital Strategy-Aufgaben und werdet mit meinen Arbeiten glücklich.

Ein paar kleine Aufträge später und einige Erfahrungen reicher lässt es sich altklug vom Tresen her lallen: Vertraue auf Dich und Deine Fähigkeiten – doch überschätze sie nicht. Sich vorsichtig und mit weniger Erwartungen an die Auftragslage zu wagen birgt nicht nur aus der ungeliebten steuerlichen Perspektive bei der Hochrechnung der zu erwartenden Umsätze Vorteile, sondern lässt auch Deine Motivation stetig weiter rackern.

Getreu dem Motto „Kleinvieh macht auch Mist“ kratze ich spannende Aufträge zusammen, unter denen ich mir die Goldstücke herauspicken kann. Ob während eines einschläfernden Medienkurses, in der rammelvollen Bahn nach Hause oder aber an den weiten Stränden Ozeaniens: Du bist nur einen Finanzamt-Wisch und Laptop davon entfernt, zeit- und ortsungebunden an Deinen Träumen zu werkeln.

Und hast Du das erste Bier von Deinem selbst verdienten Freelancer-Geld bezahlt, dann durchströmt Dich dieses verdammt geile Gefühl: Auch Du kannst Spagat – Du musst nur minimal flexibel und ein wenig draufgängerisch sein. 

Maxi

Maxi Wuestenberg

Heureka! Ich bin Maxi. Schon zu Studienzeiten übernahm ich Freelancer-Tätigkeiten und zog als digitale Nomadin durch die Welt. Mittlerweile erarbeite ich als Projektmanagerin die Digitalstrategien für namhafte Medienmarken. Meine Schwerpunkte sind das Texten und Aufbauen von Reichweitenstrategien.

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