Bist du ein Freelancer-Typ? Das kleine Einmaleins

„Ich bin jetzt Freelancerin.“ Das habe ich einfach beschlossen, von heute auf morgen. Warum auch nicht? Ich bin zügig das kleine Einmaleins des Freelancens durchgegangen:

1x1 = Alles, was ich brauche, ist eine sagenumwobene Fähigkeit, die ich anbieten kann.

1x2 = Alles, was mir noch im Weg steht, ist der gefürchtete Federkrieg mit dem Finanzamt.

1x3 = Alles, worauf ich hin sehne, kommt dann schon nachgerutscht: Hochspannende Projekte fluten meinen Schreibtisch, zufrieden nickende Auftraggebende streicheln meine Arbeiterinnenseele und das teure Geld macht mein Konto soft und flüssig wie Mats Hummels meine Knie.

Fast alles, was ich mir ausmalte, stimmt. Fast.

 

Wir alle können Freischuftende sein.

Das Anleiern der Freelancetätigkeit ist tatsächlich so simpel: Du, ich, wir alle können Freischuftende sein. Warum leben wir dann noch immer in den Fängen des Weber’schen Eisenkäfigs? Weil es ab dem dritten Punkt etwas mehr braucht: Ideenreichtum, Durchhaltevermögen, Organisationstalent, sowie eine Menge Selbstständigkeit und -disziplin. Doch fangen wir von vorne an: Bist du ein Freelance-Typ?

01. Deine Superkraft

Du bist der verwegene Geschichtenerzähler oder die fantasievolle Designfee? Das hochlogische Programmiergenie, der trendbewusste Social Media-Profi, die talentierte Webseitenbastlerin oder bilinguale Kompetenzbestie? Nach eben solchen jungen Talenten lecken sich Unternehmen die Finger – schließlich sind wir oftmals unverstandene Zielgruppe und kompetente Zuarbeitende in einem. Konzentriere Dich auf eine besondere Fähigkeit, die du bestenfalls dank eines Portfolios oder Referenzen belegen kannst – und verkaufe sie!

 

02. Der Gang zum Finanzamt

Die Schule lehrte uns allerlei – nicht jedoch, eine simple Steuererklärung auszufüllen. Viele Studierende schreckt der Behördenaufwand von einer Freelancetätigkeit ab – dabei ist dieser nach einem kurzen Einlesen mit nur geringen Mühen verbunden! Bist du in der Lage, anhand simpler Anleitungen drei Papiere auszufüllen und Rechnungen zu schreiben? Ab dafür!

 

03. Die Akquise

Herzlichen Glückwunsch! Die Formalien sind erfüllt. Um den Auftragsstein ins Rollen zu bringen, braucht es nun eine gesunde Mischung aus Netzwerk anzapfen, Speichel lecken, eifrig Recherchen vorantreiben und einschlägige Plattformen heraussuchen. Persönliche Kontakte erleichtern vor allem am portfolioarmen Anfang das an Land ziehen von Projekten. Bist du ein kontaktfreudiger Mensch oder ausgefuchster Rechercheprofi? Dann bist du für den Job geschaffen!

 

04.Realistisch bleiben

Ist der anfängliche Eifer erst einmal verflogen, platzt die wohlig ausgemalte Freelance-Blase unter Umständen schneller, als gedacht. Zu große Erwartungen bei zu wenig Zeit oder dünner Auftragslage können den Eifer flugs im Keim ersticken. Stattdessen solltest du dich in dem Gegenteil üben: Neben deinem Studium selbstständig zu arbeiten heißt auch, nicht allzu viel Zeit in der Tasche zu haben.

 

05. Durchhalten!  

Es ist wie beim Joggen: Kurze Strecken sind auf Dauer nicht mehr zufriedenstellend. Doch du musst dranbleiben und dich langsam steigern, um auch die langen Strecken zu absolvieren - ganz ohne Krämpfe und Dürregefühl.

Tatsächlich kommt nach der ersten Hemmschwelle, dem Organisieren aller notwendigen bürokratischen Aufwände, hier die Endstation vieler Studierender, die die Rolle der Freelancer unterschätzt haben. Es kommt die Selbstdisziplin ins Spiel, Dinge durchzuziehen. Der Ideenreichtum, sich und seine Arbeiten immer wieder neu zu entdecken. Das Organisationstalent, viele Dinge nebeneinander her laufen zu lassen und dabei nicht zu vernachlässigen.

 

Willkommen in dieser schönen Welt!

Also: Raus da! Lasse Dich nicht von scheinbar unüberwindbaren Formularstapeln abschrecken und probiere Dich aus! Lasse Dich nicht von anfänglichen Schwierigkeiten und langfristigen Flauten einschüchtern, sondern überwinde sie – und Du bist ein waschechter Freelancer. Willkommen, in dieser schönen Welt!

 

 

Maxi

Maxi Wuestenberg

Heureka! Ich bin Maxi. Schon zu Studienzeiten übernahm ich Freelancer-Tätigkeiten und zog als digitale Nomadin durch die Welt. Mittlerweile erarbeite ich als Projektmanagerin die Digitalstrategien für namhafte Medienmarken. Meine Schwerpunkte sind das Texten und Aufbauen von Reichweitenstrategien.

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