Wie Du Dir deine Kosten für’s Studium zurückholst

Ganz ehrlich, wer beschäftigt sich schon gerne mit dem Thema Steuern, wenn er nicht muss!? Allerdings kann eine freiwillige Steuererklärung für Studenten äußerst lohnenswert sein, lassen sich auf diese Weise doch viele Studienkosten vom Staat zurückholen. Hier erfährst du wie. 

Ein Studium geht ganz schön ins Geld. Rund 30.000 Euro muss der Bildungsnachwuchs nach einer Erhebung des Deutschen Studentenwerks im Durchschnitt allein für die drei Jahre Bachelor zur Finanzierung von Studium und Lebensunterhalt aufbringen. Ein Master schlägt noch einmal mit knapp 20.000 Euro zu Buche. Wer an einer teuren Privatuni studiert oder ein Auslandssemester einlegt, muss in der Regel noch mit wesentlich höheren Kosten kalkulieren. 

 

Viele Studienkosten zahlt der Staat zurück

Hohe Kosten sollten aber nicht von einem Studium abschrecken. Denn fast alle studienbedingten Ausgaben zahlt der Staat zurück. Alles, was du dafür tun musst, ist einmal im Jahr eine Steuererklärung abzugeben, in der du deine Kosten und Einnahmen auflistest. Verdienst du bereits mehr als den Steuerfreibetrag von 8.652 Euro (in 2016) und zahlst entsprechend Steuern, bekommst du deine Studienkosten sofort erstattet. Aber auch wenn du noch keine Steuern zahlst, bietet dir das deutsche Steuerrecht eine gewinnbringende Lösung an - den Verlustvortrag. 

 

Verlustvortrag - deine Steuergutschrift für den Berufseinstieg. 

Die meisten Studenten bleiben mit ihrem jährlichen Einkommen unter dem Steuerfreibetrag und müssen damit keine Steuern zahlen oder eine Steuererklärung abgeben. Es empfiehlt sich in den meisten Fällen aber dennoch, eine freiwillige Steuererklärung einzureichen. Durch einen sogenannten Verlustvortrag kannst du dem Finanzamt alle studienbedingten Ausgaben (also Verluste) sowie deine Einnahmen mitteilen. Übersteigen die Ausgaben deine Einnahmen wird ein steuerlicher Verlust festgestellt. Diesen Verlust merkt sich das Finanzamt, und sobald du einen Job beginnst, regelmäßig verdienst und Steuern zahlst, werden die über die Studienjahre vorgetragenen Verluste mit der gezahlten Steuer verrechnet und du bekommst eine Rückerstattung. Wenn du nach dem Studium freiberuflich bzw. selbstständig arbeitest, musst du entsprechend weniger Steuerabgaben leisten. 

 

Für welche Studienkosten du Geld vom Staat zurückbekommst

Grundsätzlich gilt: Alle Ausgaben, die im Rahmen einer Ausbildung oder einer beruflichen Tätigkeit entstehen, können als Werbungskosten voll steuerlich geltend gemacht werden. Im Wesentlichen sind das: 

  • Semesterbeiträge oder Studiengebühren 
  • Studienfahrten und Exkursionen
  • Ausgaben für ein Auslandssemester oder Auslandspraktikum 
  • Fachliteratur 
  • Drucken und Binden von Abschlussarbeiten
  • Fahrtkosten zwischen Wohnung und Uni oder Bibliothek
  • Geräte wie Drucker, Laptop oder Scanner
  • notwendige Arbeitskleidung
  • Doppelte Haushaltsführung

 

Welche Pauschalen du beanspruchen kannst

Für viele typische Ausgaben während eines Studiums verlangt das Finanzamt nicht einmal Belege in Form von Rechnungen oder Quittungen, sondern gewährt einfach Pauschalbeträge. Diese können in Anspruch genommen werden, egal ob entsprechende Kosten tatsächlich entstanden sind oder nicht. Für folgende Kosten bekommst du Pauschalen:

  • Fahrten: Für den Weg zur Uni, zur Bibliothek oder zum Nebenjob gibt es 30 Cent pro Kilometer einfacher Fahrt. Dabei spielt es keine Rolle, wie die Strecke zurückgelegt wird: Ob per Bus, Bahn, Auto, Fahrgemeinschaft, Fahrrad oder zu Fuß - die Pauschale steht jedem zu.
  • Arbeitsmittel: Für Ordner, Kugelschreiber & Co. gibt’s pauschal 110 Euro pro Jahr.
  • Telefon- und Internet: Pro Monat können 20 Euro angesetzt werden.
  • Bewerbungen: Für jede Bewerbungsmappe gibt’s 8,50 Euro, je Onlinebewerbung 2,50 Euro.
  • Kontoführung: Auch wenn viele Konten heute kostenfrei sind, pauschal gibt’s 16 Euro im Jahr.
  • Verpflegung: Pro Tag Praktikum oder Exkursion innerhalb Deutschlands stehen dir 24 Euro für den Verpflegungsmehraufwand zu. Im Falle eines studienbedingten Auslandsaufenthalts kann die Tagespauschale wesentlich höher liegen. 
  • Umzüge: Für den Umzug in die Universitätsstadt oder aus beruflichen Gründen gibt es seit 2015 pauschal 730 Euro. Dabei ist es egal, ob ein Umzugsunternehmen beauftragt wurde oder Freunde und Bekannt geholfen haben. 

 

Steuererklärung für Studenten bis zu 7 Jahre rückwirkend

Wer nicht verpflichtet ist, eine Steuererklärung abzugeben (Jahresverdienst unter 8.652 Euro), kann aktuell noch bis zu sieben Jahre rückwirkend eine Steuererklärung für die Studienjahre abgeben. Vermutlich wird dieser Zeitraum aber im nächsten Jahr auf nur noch vier Jahre reduziert. Stichtag zur Abgabe einer Steuererklärung ist für Steuerpflichtige der 31. Mai des Folgejahres, für Steuerfreiwillige der 31. Dezember. 

 

So erstellst du eine Steuererklärung für die Studienzeit

Es gibt mehrere Möglichkeiten, eine Steuererklärung zu machen. Ganz klassisch in Papierform mit  den Steuerformularen der Finanzämter, per Steuer-CD-ROM oder natürlich auch über einen Online-Anbieter. Das Problem bei den genannten Alternativen ist, dass Steuerformulare und -software zumeist auf die steuerlichen Bedürfnisse von Arbeitnehmern ausgelegt sind. Dadurch wird es ohne Vorwissen oder fachliche Hilfe schwierig und zeitaufwändig, eine Steuererklärung korrekt auszufüllen. So ist etwa bei den offiziellen Formblättern kaum ersichtlich, wo welche Studienkosten angegeben werden können. Dadurch läufst du Gefahr, dass du Kosten falsch angibst oder manche Ausgaben ganz vergisst, weil du nicht darauf hingewiesen wirst. 

 

Die Online-Steuererklärung speziell für Studenten und Absolventen

Eine einfache und schnelle Möglichkeit zur selbstständigen Erstellung einer Steuererklärung bietet dir die Plattform studentensteuererklärung.de. Ein eigens für Studenten und Absolventen entwickeltes Steuer-Tool navigiert die Nutzer anhand einfacher Fragen zur Studien- und Lebenssituation durch die Steuererklärung. Hilfen und Tipps stellen sicher, dass alle relevanten Kosten angegeben und keine Pauschalen vergessen werden. Im Ergebnis bekommst du eine Steuererklärung die direkt per Mausklick online ans Finanzamt übermittelt werden kann. 

Johannes

Johannes Krahl

Gastautor Johannes liebt es, Steuern zu sparen.