BAföG & Selbstständig? Dies gilt es zu beachten!

Heute kommen wir mal mit der Quintessenz zuerst: Als BAföG-Empfänger darfst Du als Freelancer bis zu 4.880 Euro im aktuellen Bewilligungszeitraum dazuverdienen [2017]. Selbst, wenn Du den BAföG-Höchstsatz bekommst. Dabei geht es um die Gesamtsumme im gesamten Bewilligungszeitraum. von normalerweise 12 Monaten. Heißt also, Du darfst entweder jeden Monat maximal 406,66 Euro dazuverdienen oder es darf mal mehr und mal weniger sein, solange Du die insgesamt 4.880 Euro nicht übersteigst. Falls genau das doch passiert, wird die entsprechende Überziehungssumme von Deinem BAföG abgezogen und Du musst den Betrag zurückzahlen. Es ist wichtig, dass Du dem BAföG-Amt umgehend Bescheid gibst, wenn es sich abzeichnet, dass Du deutlich mehr verdienst als Du ursprünglich angegeben hast.

Wenn Du übrigens nicht auf freier Basis arbeitest, sondern einen Minijob annimmst, besteht eine Höchsteinnahmegrenze von 5.400 Euro pro Bewilligungszeitraum. Das entspricht maximal 450 Euro pro Monat. Warum die Einnahmegrenze bei Freelancern niedriger ist, konnten wir nicht konkret herausfinden.

 

Umsatz oder Gewinn – was zählt für die Einnahmegrenze?

Eine immer wieder in allen möglichen Dimension auftauchende Frage lautet, ob man sich nach dem Umsatz oder nach dem Gewinn richten muss. Beispielsweise beim Thema Kleinunternehmerregelung. Aus dieser fliegst Du raus, wenn Du einen Jahresumsatz von 17.500 Euro überschreitest. Du darfst also nicht Deine Ausgaben abziehen, um weiterhin umsatzsteuerfrei arbeiten zu können. Beim BAföG ist es als Freelancer anders. Hier zählt tatsächlich der Brutto-Gewinn. Du darfst also auch mehr als 4.880 Euro auf Deinen Rechnungen ausweisen, solange Du genug Ausgaben hast, um auf den genannten Betrag zurückzufallen. Sofern Du die Ausgaben nicht parat hast und den Betrag überschreitest, ist das aber auch kein Beinbruch. Wie bereits oben erwähnt, musst Du den Differenzbetrag ans BAföG-Amt zurückzahlen. Mehr allerdings nicht. Sorgen darum, dass das sichere Einkommen zukünftig wegfallen oder geringer ausfallen könnte, musst Du Dir keine machen.

 

Voraussetzung – Wochenarbeitszeit < 20 Stunden

Gut, an einer Stelle kann es dann doch noch ein bisschen schwierig werden. Voraussetzung für die vorher genannten Richtlinien ist nämlich, dass die Wochenarbeitszeit unter 20 Stunden liegt, was während des Semesters generell der Fall sein sollte, da andernfalls Dein Studium nicht mehr im Vordergrund steht. Übersetzt heißt das, dass Du grundsätzlich hauptberuflicher Student sein musst und nicht etwa hauptberuflicher Grafikdesigner. Hauptberufliche Freelancer können nämlich kein BAföG beziehen. Sollte also herauskommen, dass Du mehr Zeit für Deine Tätigkeit als für die Uni opferst, kann es gut sein, dass Dein BAföG gestrichen wird und somit ab sofort wegfällt. Das gilt übrigens nicht nur für Freelancer, sondern für alle Tätigkeitsbereiche, die ein Student nebenberuflich angehen kann. Sofern Studenten beispielsweise bei Ihrem Werkstudentenjob über 20 Stunden pro Woche arbeiten, kann das BAföG ebenfalls gestrichen werden. Zudem müssen dann Beiträge zur Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Arbeitslosenversicherung bezahlt werden. Ganz unabhängig vom Höchstbetrag für das zusätzliche Einkommen.

 

Grünes Licht für freiberufliche BAföG-Empfänger

Grundsätzlich sei noch gesagt, dass Du wahrscheinlich eher Probleme mit so mancher Krankenversicherung bekommst, bevor Dir wegen einer freiberuflichen Tätigkeit der BAföG-Satz reduziert oder gestrichen würde. Denn bei bestimmten Krankenkassen darfst Du sogar nur maximal 365 Euro im Monat hinzuverdienen, bevor Du bereits drangenommen wirst. Informiere Dich hierzu bei Deiner Krankenkasse. Für Dich als BAföG-Empfänger, der gerne selbstständig werden möchte, heißt das also: Auf zum Finanzamt und als Freiberufler anmelden. Ansonsten beraubst Du Dich der Möglichkeit, bereits während des Studiums wichtige berufliche Erfahrungen und Referenzen für Dein Portfolio zu sammeln.

Eike Kewitz

Eike Kewitz ist seit Mitte 2013 als Texter & Redakteur für Online-Content freiberuflich in Hamburg tätig und hat sich eine klare Mission aufs Segel geschrieben: 'Inhalte mit Tiefgang' zu erschaffen.

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