So formulierst Du ein überzeugendes Angebot

Damit ein Auftrag auf beiden Seiten zu voller Zufriedenheit abläuft, ist eine reibungslose Kommunikation mit dem Auftraggeber essenziell. Gerade bei umfangreichen Aufträgen sollte man als Freelancer Wert auf eine genaue Absprache legen, damit keine Missverständnisse entstehen. Deshalb bietet es sich an, dem Auftraggeber nach dem ersten Kontakt ein Angebot auszustellen, das die zu erbringenden Leistungen genau definiert. 

Vorab: Zwar sind die hier veröffentlichten Informationen sorgfältig zusammengetragen – dieser Artikel ist aber nicht als Rechtsberatung anzusehen. Wir können keine Gewähr für die Richtigkeit der Informationen geben.

Ein Angebot bietet die Möglichkeit, potenzielle Auftraggeber von Deiner Kompetenz und Deinem Eingehen auf mögliche Kundenwünsche zu überzeugen. Als Dienstleister hat man dem Auftraggeber deutschen Auflagen zur Folge unaufgefordert die folgenden Informationen zu vermitteln, um ein rechtsgültiges Angebot zu formulieren:

  • Angebotsgegenstand: Beschreibung der Dienstleistung
  • Optionen der Umsetzung und Ausführung der Dienstleistung
  • Preise und zusätzliche Kosten
  • Dauer der Umsetzung
  • Zahlungsbedingungen
  • Zeitraum der Gültigkeit des Angebots
  • Gerichtsstand bei möglichen Streitereien
     

Da Angebote bindend sind, bietet es sich an, mit sogenannten Freizeichnungsklauseln zu arbeiten: Formulierungen wie „Angaben ohne Gewähr“, „unverbindliches Angebot“ oder ähnliches wurden zwar schon von mehreren Landgerichten als Wettbewerbsverstoß gewertet, bieten im Falle einer Streitigkeit aber eher Sicherheit auf Seiten des Dienstleisters. Ein Muster für ein Angebot findet Ihr hier.

Wird das Angebot so angenommen, wie es ist, solltest Du eine schriftliche Bestätigung des Angebots (beispielsweise per E-Mail) einholen. Auf diese kannst Du Dich im Streitfall berufen. Sollte der Auftraggeber mehrfach Änderungen an Deinem Angebot wünschen, kannst Du ihm abschließend eine Auftragsbestätigung zukommen lassen. Hier solltest Du beachten: Solange der Auftraggeber auf Deine Auftragsbestätigung nicht reagiert, ist kein Vertrag zu Stande gekommen. 

Bei umfangreichen Aufträgen: Anzahlungsrechnung oder Teilrechnungen 

Nimmst Du einen umfangreichen Auftrag von einem bis dato unbekannten Auftraggeber an, kannst Du mit ihm eine Anzahlung vor Beginn Deiner Dienstleistung aushandeln. So kannst Du vor Antritt einer geschäftlichen Beziehung eine gewisse Sicherheit erreichen. Zu beachten ist dabei: Greifst Du nicht auf die Kleinunternehmerregelung zurück und führst die Umsatzsteuer an das Finanzamt ab, muss die Anzahlungsrechnung zum Zeitpunkt der Zahlung in die Umsatzsteuer-Voranmeldung aufgenommen werden. Ein Muster für eine Anzahlungsrechnung findest Du hier. Wir haben das Thema in diesem Blogeintrag auch noch einmal etwas genauer unter die Lupe genommen.

Eine Alternative zu Anzahlungsrechnungen sind sogenannte Teilrechnungen, auf die wir in diesem Blogeingrag genauer eingehen.