Berufliche Freiheiten vor festen Arbeitszeiten

Studentische Freelancer stellen sich vor: Heute mit Dominik, der durch Projekte während des Studiums schnell festgestellt hat, dass ihm die freie Arbeit mehr liegt, als eine Festanstellung. Im folgenden Interview beantwortet er Fragen zu seinen Erfahrungen als junger Freischuftender.

 

Wie bist du darauf gekommen als Student zu freelancen und wie lang machst du es schon?

Schon beim Aufwachsen hatte ich immer den Wunsch selbstbestimmt zu arbeiten bzw. mich später einmal selbstständig zu machen. Dann kam das Auslandsjahr nach dem Abitur und ich konnte erste Erfahrungen als Angestellter machen. Ich will auf keinen Fall alle als schlecht abschreiben, aber ich habe herausgefunden, dass ich beruflich einfach aufblühe, sobald man mir Freiheiten gibt und ich Verantwortung übernehmen kann.

So kam es dann, dass ich direkt nach der Rückkehr nach Deutschland und dem Beginn meines Studiums ich begonnen habe mich zur Selbstständigkeit zu informieren und es dann schließlich auch zu machen.

 

In welchen Bereichen bist du tätig?

Sehr gute Frage! Angefangen habe ich damit, mein Hobby zum Beruf zu machen in der Fotografie. Nachdem dies angelaufen war und ich meine Spezialisierung gefunden hatte (Firmenkunden), habe ich in meiner Freizeit begonnen dann noch mein Wissen in verschiedene Richtungen auszubauen und auch angefangen mal Videoaufträge z.B. für die Stadt Köln oder Marketingkonzepte für kleinere Firmen aufgrund der Nachfrage zu erstellen.

 

Wie hast du es geschafft, das Gleichgewicht zwischen Studium und Arbeit zu finden?

Am liebsten würde ich jetzt einen 3 - Punkte - Plan vorlegen, aber ich glaube den gibt es nicht. Stattdessen war es bei mir mehr Trial & Error, also einfach zu versuchen, wie viel Zeit ich in was investieren kann und wie sich das auf die Leistungen ausübt. Mit der Zeit findet man seinen Weg und stellt sich auch Grenzen auf, was einem wichtiger ist bzw. wie man die Prioritäten setzen muss um Beides (und ein verkümmertes Privatleben) zu jonglieren.

 

Mit welchen Tools arbeitest du als Freelancer?

Im fachlichen Teil der Arbeit arbeite ich natürlich der Adobe Creative Cloud, sowie anderen Industriestandards. Wenn es um die Jobakquise geht, ist Freelance Junior natürlich teilweise ein gutes Tool (gerade auch für Studenten), wobei die Auftragsmenge auf der Plattform allein natürlich nicht für den ganzen Monat reicht. Deshalb lerne ich immer mehr, das Kontakte alles sind. Natürlich habe ich auch eine Webseite, aber in Person bekommt man seine Dienstleistung trotzdem meist  besser verkauft, wenn man die nötigen Kompetenzen hat (und da spreche ich vom Können und nicht von Abschlüssen).

 

Hast du Tipps für angehende studentische Freelancer? Welche Probleme gab es beim Einstieg ins Freelancen?

Wäre das hier ein Video, würde ich das Shia LaBeouf Meme einblenden: „Just do it!“. Wenn ihr Ambitionen habt, dann versucht es doch einfach. Gerade auch als Freelancer habt ihr nicht viel zu verlieren und könnt euch zudem natürlich auch eure Arbeit selbst wählen und auch über Zeiten entscheiden.

Doch es ist natürlich auch nicht alles Gold, was glänzt. Ich habe den Luxus, meine Passion zum Beruf gemacht zu haben und deshalb an alles motiviert heranzugehen und auch Niederlagen schnell zu überwinden und neue Chancen zu finden. Sollte man das nicht so haben, wird es definitiv Probleme geben, da es auf keinen Fall immer einfach wird. Mal sind es irgendwelche bürokratischen Hürden, dann sagt ein Kunde einfach so ab, man muss sich um Zahlungsverzug kümmern, der Kunde will das Projekt früher, so dass man eine Weile kaum Schlaf bekommt und nur arbeitet … Wer Sicherheit will und kontrollierbare bzw. geregelte Arbeitszeiten, dem würde ich es definitiv nicht empfehlen, aber wenn ihr für die Sache brennt und es nicht nur wegen des (hart verdienten) Geldes tut, dann: „Just do it!“.

 

Und das Schönste zum Schluss: Welches Projekt hat dir am meisten Spaß gemacht?

Um ehrlich zu sein, kann ich da kein einzelnes Projekt benennen. Viele Projekte haben interessante Besonderheiten und bieten einem Raum sich zu entfalten und Neues zu probieren. So war mein allererster Job, ein Fotoshooting mit einem Koch definitiv ein wichtiger Moment, aber ein Modeshooting in Mallorca natürlich viel spannender von der Kulisse und den Bildern an sich. Vom persönlichen Wachstum kommt der Videodreh mit der Stadt Köln an erster Stelle, da ich nicht nur alles allein gestemmt habe und vieles Lernen musste, sondern auch noch meinen Erzgegner: die Bürokratie bei den Verträgen und Rechnungen stärker denn je mit dabei hatte.

Dominik Pohl

Dominik ist seit Mitte 2018 Teil der Freelance-Junior-Community. Neben der Uni arbeitet er als Foto-/Videograf im Raum Köln. Die Arbeit und sein Studienfach Medientechnologie ergänzen sich ideal, sodass durch die Symbiose von Arbeit und Studium eine stetige, praxisnahe Weiterentwicklung erfolgt.