Selbstständigkeit

Wie kann ich Freelancer*in werden?

Kurzfassung: Bevor du eine selbstständige Tätigkeit aufnimmst, musst du dich beim Finanzamt steuerlich melden. Nach der steuerlichen Erfassung erhältst du vom Finanzamt eine Steuernummer, die du später auf deinen Rechnungen angibst.

Die ganze Wahrheit: Erklären wir dir in unserer Freelance Academy, die wir ins Leben gerufen haben, um alle wichtigen Fragen zum Thema „Selbstständigkeit und Studium“ zu beantworten.

Bin ich Freiberufler*in oder gewerbetreibend?

Ja, die Gretchenfrage der Selbstständigkeit…

Für Studierende ist es im ersten Moment gar nicht so entscheidend. Was es heißt, studentische*r Freelancer*in zu sein, erfährst du im nächsten Punkt.

Wer langfristig selbstständig arbeiten möchte, sollte sich jedoch über drei Faktoren Gedanken machen:

  • die Gesellschaftsform, für die du dich entschieden hast
  • die Art der Tätigkeit, mit der du dich selbstständig machst
  • die Ausbildung, die dich zu dieser Tätigkeit befähigt

…denn hiervon hängt ab, ob deine Tätigkeit als freiberuflich gilt.

Schaue dir auf jeden Fall unseren Artikel Bin ich Freiberufler oder muss ich ein Gewerbe anmelden? in unserem Magazin an.

Was ist überhaupt ein*e studentische*r Freelancer*in?

Um definitionsgemäß als studentische*r Freelancer*in zu gelten, musst du sowohl an einer Hochschule immatrikuliert als auch beim Finanzamt als freiberuflich oder gewerbetreibend gemeldet sein.

Wie das alles funktioniert, erfährst du übrigens in unser kostenfreien Freelance Academy.

Was ist der Unterschied zwischen Steuernummer und Steuer-ID?

Die Steuer-ID erhältst du quasi mit deiner Geburt – diese ändert sich auch nicht, wenn du umziehst. Sie ist 11-stellig und kann beispielsweise wie folgt aussehen: 12 345 678 911

Die Steuernummer hingegen ist 13-stellig und wird dir von deinem zuständigen Finanzamt nach der Anmeldung deiner Selbstständigkeit (Freiberuflichkeit) gegeben. Sie ändert sich also mit jedem Umzug (es sei denn, du bleibst in der Nachbarschaft).

Welches Finanzamt ist für mich zuständig?

Am besten findest du dies über eine einfache Suche mit den gängigen Suchmaschinen und dem Suchbegriff „zuständiges Finanzamt“ heraus. Unter den Suchergebnissen findest du mehrere Webseiten, auf denen du nach Angabe deiner Postleitzahl dein zuständiges Finanzamt angezeigt bekommst.

Wie beantrage ich meine Steuernummer?

Bevor du eine selbstständige Tätigkeit aufnimmst, musst du dich beim Finanzamt steuerlich melden. Den Antrag zur Anmeldung – den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung – kannst du dir im Internet herunterladen. Meldest du ein (Klein-)Gewerbe an, bekommst du den Fragebogen zugeschickt. Wer lieber digital ausfüllt, kann sich ihn trotzdem noch einmal aus dem WWW holen.

Du kannst den Fragebogen direkt am Rechner ausfüllen, anschließend ausdrucken und per Post an dein zuständiges Finanzamt senden.

Das ging zu schnell für dich?

In dem Magazinartikel Ausfüllhilfe: Fragebogen zur steuerlichen Erfassung helfen wir dir, den Fragebogen korrekt auszufüllen.

Wie fülle ich den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung aus?

Auf dem Weg in deine Selbstständigkeit musst du einige bürokratische Hürden meistern. Der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ist eine dieser Hürden.

Doch keine Angst! Eine detaillierte Anleitung findest du in dem Artikel Ausfüllhilfe: Fragebogen zur steuerlichen Erfassung in unserem Magazin GREATJOB. In diesem Beitrag gehen wir den Fragebogen Punkt für Punkt mit dir durch, sodass einem korrekten Ausfüllen nichts mehr im Wege steht.

Hast du darüber hinaus doch noch Fragen oder Probleme beim Ausfüllen, melde dich gerne bei uns.

Wie wirkt sich meine Selbstständigkeit auf meinen Krankenkassenbeitrag aus?

Abhängig davon, ob du privat oder gesetzlich, über deine Eltern oder in einer studentischen Krankenkasse versichert bist, schreiben die Krankenkassen Einkommensgrenzen vor. Gerade, wenn du studentisch versichert bist, kann es zu einer Statusänderung kommen, wenn du innerhalb der Vorlesungszeit regelmäßig mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitest.

Am besten klärst du dies direkt mit deiner Krankenkasse (die beißt in der Regel nicht) oder nutzt das von unserem Partner der SBK gestellte Tool, um deinen Status zu erfragen. Dieses ist in dem Artikel Krankenversicherung für Freelancer*innen – Das solltest du wissen verlinkt.

Du hast weitere Fragen zum Thema Krankenkasse?

Dann melde dich direkt bei Johannes von unserem Partner der SBK. Er freut sich, deine Fragen zu beantworten.

Was ist die Kleinunternehmer*innenregelung?

Kleinunternehmer*innen sind in Deutschland zumeist Nebenerwerbsunternehmer*innen oder Existenzgründer*innen, die sich in der Startphase befinden. Diese Unternehmen dürfen keine Umsatzsteuer auf ihren Rechnungen ausweisen, müssen dementsprechend keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen, dürfen keine Vorsteuer geltend machen und haben vereinfachte Aufzeichnungspflichten.

Wer gilt als Kleinunternehmer*in?

Du kannst die Kleinunternehmer*innenregelung beanspruchen, wenn dein Umsatz im vorangegangenen Kalenderjahr die Grenze von 22.000 € (ab 01.01.2020) nicht überstiegen hat und im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich 50.000 € nicht übersteigen wird (abzüglich des Umsatzes von Gütern, die dem Anlagevermögen zugerechnet werden).

Macht es in Bezug auf diese Regelung einen Unterschied, ob ich Freiberufler*in oder gewerbetreibend bin?

Nein.

Sollte ich die Kleinunternehmer*innenregelung beanspruchen?

Dies ist nicht pauschal zu beantworten. Hier drei Gründe, weshalb sich ein Verzicht auf diese Regelung lohnen könnte, auch wenn du keine hohen Umsätze hast:

  • du hast hohe Ausgaben, die mit deiner Tätigkeit zusammenhängen
  • du möchtest vor Kunden als besonders professionell wahrgenommen werden
  • du hast keine Angst vor zusätzlichem Aufwand in der Buchhaltung

…wer sich als Freelancer*in erst einmal unkompliziert ausprobieren möchte, kann – manch einer würde sogar sagen: sollte – diese Regelung hingegen beanspruchen, um bürokratischen Aufwand zu sparen.

Was ist Scheinselbstständigkeit? Worauf muss ich achten?

Scheinselbstständig bist du dann, wenn du zwar auf Rechnung arbeitest, aber eigentlich wie ein*e Mitarbeiter*in im Unternehmen integriert wirst – es also nur so scheint, als würdest du selbstständig arbeiten.

Klassische Indizien für eine Scheinselbstständigkeit sind:

  • Arbeiten stets vor Ort beim Unternehmen
  • Fest geregelte Arbeitszeiten
  • Mailadresse vom Unternehmen
  • Über 80 % der Einnahmen von einer/m Auftraggebenden

Keine Angst, dies bedeutet nicht, dass du automatisch scheinselbstständig bist, wenn du deine Selbstständigkeit Mitte/Ende des Jahres aufnimmst und erst einmal nur eine/n Kund*in hast. Auch ist es nicht verboten, mal im Büro des/der Auftraggebenden zu arbeiten oder sich an zeitliche Absprachen zu halten. Es wird stets im Einzelfall bewertet und die Regelung ist in erster Linie da, um dich zu schützen, und nicht, um dir Steine in den Weg zu legen.

Weil das Ganze jedoch etwas schwammig ist, kann dieses Thema durchaus zu Verunsicherung führen. In unserem Magazin findest du deshalb einen ausführlichen Artikel, der das Thema Scheinselbstständigkeit behandelt.

Lohnt sich für mich eine Berufshaftpflichtversicherung?

Fängst du gerade erst (nebenbei) mit dem Freelancen an, wäre der Abschluss einer solchen Versicherung eher ungewöhnlich – oder nennen wir es „besonders vorsichtig“. Sobald die Projekte größer werden, solltest du dies aber durchaus in Betracht ziehen. #bettersafethansorry

Weitere Informationen zum Thema findest du im Artikel Berufshaftpflichtversicherungen für Freelancer*innen.

Wie hoch ist der Versicherungsbeitrag?

Die Frage, wie viel dich deine Berufshaftpflicht kosten wird, ist nur individuell zu beantworten. Bei der Kalkulation des Versicherungsbeitrags wird erneut die Branche relevant, in der du als Freelancer*in arbeitest. Je nach tätigkeitsbezogenem Risiko musst du also mit höheren oder niedrigeren Kosten rechnen.

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+49 40 71664031

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