Freelancer:innen vs. Werkstudent:innen – wie kann ich meine Studentenkasse am besten füllen?
Studium

Freelancer:innen vs. Werkstudent:innen – wie kann ich meine Studentenkasse am besten füllen?

Stephanie
Stephanie

Redakteur:in

· Mai 2019

· aktualisiert April 2022

Vielleicht bist du gerade an dem Punkt, an dem es dringend notwendig wird, deinen Kontostand aufzubessern. So ein Studentenleben ist nicht billig und auf den Kaffee mit den Kommiliton:innen möchtest du ungern verzichten. Es stellt sich die alles entscheidende Frage: Wie und mit was kann ich diese nun füllen? Ja, Studentenjobs gibt es reichlich, jedoch kannst du bei den wenigsten deine frisch erlernten Skills gleich mit einbringen. Außerdem sollte der Job gut bezahlt und mit deinem Studium vereinbar sein. Als erster Gedanke kommt dir bestimmt eine Tätigkeit als Werkstudent:in oder die eines:einer studentischen Freelancers:Freelancerin in den Kopf. Doch worin besteht der Unterschied? Und welches Modell passt besser zu dir? Um dich bei deinem Entscheidungsprozess zu unterstützen, stellen wir dir zunächst einmal ganz nüchtern und trocken den Hauptunterschied beider Verdienstmöglichkeiten vor.

Was ist der Unterschied zwischen Freelancer:innen und Werkstudent:innen?

Bei einer Werkstudenteneinstellung schließt du mit deinem Arbeitgeber einen Arbeitsvertrag auf der Grundlage der allgemeinen arbeitsrechtlichen Vorschriften. Somit stehen dir als Student Rechte bzw. Ansprüche wie beispielsweise Urlaub, Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall, Kündigungsschutz, Elternzeit und Mutterschutz zu.

Als studentische:r Freelancer:in bist du für das Unternehmen freiberuflich tätig. Du bekommst einen Auftrag erteilt, der meist schriftlich in Form eines Honorarvertrages (auch mündliche Vereinbarungen sind denkbar) oder Dienstleistungsvertrages erfolgt. Vorher hast du deinem:deiner potentiellen Auftraggeber:in in der Regel ein Angebot zu unterbreiten. Im Gegensatz zum:zur Werkstudent:in begründet sich deine Erwerbsarbeit nicht auf einem Arbeitsverhältnis. Somit kannst du keine Rechte und Ansprüche geltend gemacht machen wie bei einer klassischen Anstellung.

Grundsätzlich handelt es sich bei beiden Modellen um eine Tätigkeit neben dem Studium zu Erwerbszwecken gegen Bezahlung. Die Abgrenzung als Werkstudent:in oder als studentische:r Freelancer:in erfolgt bei beiden Arbeitsverhältnissen anhand des Kriteriums der Weisungsabhängigkeit. Somit wirst du als Arbeitnehmer:in qualifiziert, wenn du bezüglich des ob, wann und wie weisungsabhängig bist. Kannst du diesen Aspekt frei gestalten, so liegt ein freies Mitarbeiterverhältnis in Form eines:einer studentischen Freelancers:Freelancerin vor.

Werkstudent:innen vs. Freelancer:innen – wofür entscheide ich mich denn jetzt?

Geht es jetzt konkret um die Aufbesserung deiner Studentenkasse, so bietet die Werkstudenteneinstellung auf den ersten Blick mehr Vorteile gegenüber einer freien Tätigkeit als studentische:r Freelancer:in. Als Werkstudent:in musst du dir zu Beginn weniger Gedanken machen. Beispielsweise nicht darüber, ob eine Gewerbeanmeldung erforderlich ist oder es sich um eine reine freiberufliche Tätigkeit handelt. Zusätzlich ist keine Rechnungslegung notwendig und du bist von lästigen buchhalterischen Aufgaben befreit. Ebenfalls bleiben dir Überlegungen zu dem Thema „Haftung“ erspart. Eine Überprüfung inwieweit du über deinen Dienstleitungsvertrag abgesichert bist, ist ebenfalls hinfällig.

Jedoch ist es in der Realität oft gar nicht so einfach, einen Werkstudentenvertrag zu ergattern. Gute Verträge mit einer fairen Entlohnung sind sehr rar. Oft kratzt du nur an der Grenze des Mindestlohns. Darüber hinaus hilft die bei der Stellenbeschaffung vielfach nur Vitamin B weiter. Teilweise setzten viele Firmen vorab ein unentgeltliches Engagement voraus. So möchten sich manche Unternehmen zuerst von dir als geeignete:r Bewerber:in im Rahmen eines Praktikums überzeugen lassen.

Stehst du auf der Sonnenseite des Lebens und hast einer dieser gut bezahlten Werkstudentenstellen ergattern, stellt sich meist darauffolgend die nächste Hürde ein. Die Arbeitszeiten müssen mit deinen Studienzeiten in Einklang gebracht werden. Aufgrund der Weisungsgebundenheit und der Einbindung in den Unternehmensalltag müssen die Arbeitsstunden meist vor Ort und zu festgelegten Zeiten in den Räumlichkeiten des Unternehmens abgeleistet werden. Oft werden Studierende als Ersatz bei Personalengpässen oder -ausfällen eingesetzt. Somit erwartet dich meist schon vor Antritt des Arbeitstages einen Aufgabenstapel, den es sukzessiv abzuarbeiten gilt. 

Vor- und Nachteile im Überblick 🔎

  • keine Gewerbeanmedlung erforderlich
  • keine Rechnungsstellung und eigene Buchhaltung
  • keine Haftungsübernahme
  • gute Stellen sind schwer zu finden
  • häufig ist vorangestelltes Praktikum Voraussetzung

Die Option, als Freelancer:in zu arbeiten, kommt da doch gerade richtig! Hier bist du definitiv mehr als ein Lückenfüller in der Personalbesetzung und kannst deine Fähigkeiten und praktisches Wissen gleich in die Tat umsetzten – Aufbau eines beeindruckenden Portfolios inklusive. Gleichzeitig kannst du selbst entscheiden, wann und wo du deine Aufträge erledigen möchtest und so in deiner bevorzugten Wohlfühlarea arbeiten. So sparst du wertvolle Zeit für die An- und Abreise, denn höchstwahrscheinlich musst du bei deinem:deiner Auftraggeber:in nur partiell vor Ort sein. Ein Vorteil ist auch, dass du selbst steuern kannst, wie viel Arbeit du dir beispielsweise in der Klausurenzeit neben dem Lernen noch on top auf den Schreibtisch packen möchtest

Insgesamt kannst du dir relativ sicher sein, dass dir nicht noch weitere unliebsame Aufgaben zugeschoben werden, da du nicht als Aushilfskraft fungierst.  Du kannst Aufgaben ohne schlechtes Gewissen ablehnen, die nicht zu deiner Tätigkeitsbeschreibung gehören. Als angestellte:r Werkstudent:in hast du diese Option vielfach nicht.  Lehnst du als vollwertiges Teammitglied eine Aufgabe ab, so kannst du schnell bei den Kolleg:innen in Ungnade fallen.

Vor- und Nachteile im Überblick 🔎

  • eigenständige Arbeitskraft
  • Aufbau eines eigenen Portfolios
  • arbeiten aus dem HomeOffice und eigene Zeiteinteilung
  • Aufgaben außerhalb Tätigkeitsbereich einfach ablehnen

Fazit zu Werkstudent:innen vs. Freelanecr:innen – was sich mehr lohnt

Bei einer Werkstudententätigkeit erscheint der Bürokratieaufwand zunächst einmal geringer, da neben einer Vertragsschließung meist nichts mehr beachet werden muss. Jedoch sind bezüglich des eigenen Aufwands und Art des Jobs gute Stellen nur sehr schwierig zu bekommen. Wenn man aber Glück hat – umso besser!🥳

Als Freelancer:in sein eigener Chef zu sein und sich Aufwand und Arbeitszeit selber einteilen zu können, klingt dagegen jedoch auch sehr verlockend. Ein weiterer Pluspunkt als Freelancer:in: Du musst dich nicht mit einem möglicherweise schlechten Betriebsklima in den Unternehmen rumschlagen. Ein solches kann sich negativ auf die Psyche der Angestellten auswirken – gerade, wenn Stänkereien, Lästereien und Zickereien an der Tagesordnung sind. Selbst wenn du vor Ort bist, kannst du das als Freelancer:in alles ohne emotionale Beteiligung über dich ergehen lassen. Höchstwahrscheinlich bist du sogar noch ein gerngesehener Gast, bei dem man einfach mal Luft ablassen darf. Aber für Freiheit und Selbstbestimmung hört man sich doch gerne mal ein paar Probleme an – oder nicht?

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Stephanie

Stephanie

Redakteur:in

Stephanie schreibt aktuell ihre Masterarbeit bei Freelance Junior. Diese befasst sich mit der neuen Arbeitswelt (New Work). Neben dem Studium und dem Engagement für Freelance Junior ist Stephanie selbstständig im Bereich Sales Management und Vertrieb tätig.