Freelancing: Du kannst nur gewinnen
Erfahrungsberichte

Freelancing: Du kannst nur gewinnen

Kurt

Kurt

Redakteur:in

· Juni 2021

· aktualisiert August 2021

Egal was du studierst – Informatik, Kommunikationswissenschaft, Indologie, Lehramt oder etwas ganz anderes – du machst es, um später einen Job zu bekommen. Das Studium lehrt uns Wissen und Kenntnisse, die uns später im Berufsleben helfen sollen. Aber warum im Studium nur lästige Minijobs machen, wenn wir unsere Talente während der Zeit als Studierende schon beim Freelancing einsetzen können?

Wieso ich freelance 

Ich bin ehrlich: trockene Theorie-Vorlesungen gehen mir nicht in den Kopf, ich will etwas machen, etwas erstellen und meine Zeit sinnvoll nutzen. Aber nichtsdestotrotz musste ich die 6 Semester Bachelorstudium und 4 Semester Masterstudium irgendwie rumkriegen. Daher (und weil ich am Ende des Monats immer ein Minus vor dem Kontostand hatte) habe ich mir einen Nebenjob gesucht. Dabei wollte ich aber nicht nur Regale im Supermarkt einräumen oder Blumen im Gartenmarkt gießen, sondern meine Talente und Fähigkeiten sinnvoll nutzen und schon die ersten Referenzen sammeln. Diese helfen dir beim Schreiben einer sympathischen Bewerbung nach dem Studium. So kam ich zum Freelancing.

Welche Talente ich beim Freelancing nutze 

Es klingt wie eine schnulzige Sommerromanze, aber es war wirklich so: an einem regnerischen Juni-Tag saß ich mit 14 Jahren in meinem Kinderzimmer, griff zur Kompaktkamera meiner Eltern und knipste ein bisschen drauf los, um die Langeweile zu vertreiben. Das gefiel mir so gut, dass ich Lust auf mehr hatte. Mit weiterer Übung folgten auch bessere Kameras und irgendwann das erste Praktikum bei zwei Hochzeitsfotografen, in dem ich unglaublich viel gelernt habe und mein Interesse zu einem Talent ausgebaut habe. So habe ich mich von Praktikum zu Praktikum gehangelt. Als ich im Medienmanagement-Bachelorstudium Spaß an Marketing gefunden hatte, begann ich nebenbei im Hochschulmarketing meiner Uni zu arbeiten und habe mein Pflichtpraktikum bei einer Influencer-Marketing-Plattform gemacht. Als ich im Masterstudium mehr an Pressearbeit interessiert war, habe ich ein Praktikum in der Presseabteilung im Berliner Regierungsviertel gemacht. Zusammengefasst: Ich habe immer neue Interessen gefunden und diese mit Wissen angereichert, sie in Praktika eingesetzt und bewiesen, um dann in den Theorie-Phasen meines Studiums mit Freelancing Geld zu verdienen. Darum habe ich mich als Fotograf und Social-Media-Berater selbstständig gemacht.

Warum kein „richtiger Nebenjob“? Ich will frei sein. 

Manche meiner Freund:innen nutzen klassische Studierendenjobs, um sich über Wasser zu halten: kellnern, Zeitung austragen, Callcenter-Mitarbeiter:in. Für mich sind diese Jobs einerseits langweilig und andererseits verschenkte Zeit, weil sie den meisten für ihre zukünftige Karriere nichts bringen. Außerdem ist man nie flexibel. Denn obwohl Unternehmen, die studentische Hilfskräfte einstellen, oft auf deren Stundenplan achten und deren Schichten passend einteilen, so gibt es trotzdem Personal- und Schichtpläne. Als Freelancer kann ich spontaner und selbstbestimmter sein - ist die Deadline noch vier Tage weg, dann kann ich mich heute mit Freund:innen am See treffen, statt zu arbeiten und die Aufgaben morgen angehen, wenn es sowieso regnet. Im Freelancing bin ich das, was der Name mir verspricht: frei. Ich kann frei entscheiden, wann ich arbeite, wie ich arbeite und für wen ich arbeite.

Freelancing: Weil Ich mehr wert bin als mein Arbeitgeber mir zahlt

Wir Studierenden kennen es: Wir brauchen Geld (für Urlaub, Miete oder die neuen Doc Martens), aber die ausgeschriebenen Minijobs der üblichen Verdächtigen (Amazon, Lieferando, McDonalds, …) zahlen dir läppische 10-13 € die Stunde. So wird das nie was mit den neuen Schuhen. Aber für Mindestlohn arbeiten kann jeder – hast du ein Talent, kannst du es auch nutzen und bei deinen Kunden mehr verlangen. „Aber, Kurt, als Selbstständiger muss ich mich ja dann um die ganzen Steuern kümmern und dann bleibt am Ende weniger übrig“, wirst du jetzt denken. Aber es ist genau andersherum: Während du bei einem Angestelltenverhältnis ab 450 €/Monat Steuern zahlen musst, brauchst du dir als Freelancer unter 9.744 Euro gar keinen Kopf über Steuern machen. Nutz einfach die Kleingewerberegelung und verdiene so ganz easy 20-50 €/Stunde. Dabei bestimmst du deinen Preis und keine Arbeitgeber:innen. Je mehr Erfahrungen du auf deinem Gebiet hast und je mehr Referenzen du hast, desto höher kannst du deinen Stundensatz ansetzen. Alternativ kannst du auch einen Pauschalbetrag ausmachen, und wenn du eher fertig bist, dann hast du mehr Zeit für Freund:innen.

Arbeiten in meinem Tempo und zu meinen Zeite

Eine Sache ist mir in meinen Praktika immer auf die Füße gefallen: mein Schlafrhythmus. Denn als typische Nachteule schaff ich es selten vor 1 Uhr nachts ins Bett und bin daher auch nur ungern um 9 Uhr auf Arbeit. Nach zwei Praktika und unzähligen Monaten in Nebenjobs als studentischer Mitarbeiter habe ich eines gelernt: Ich bin kein Büromensch, denn wenn andere aktiv sind und auf mich zählen, bin ich träge, und wenn ich aktiv bin, ist das Büro leer. Daher habe ich mich für’s Freelancen entschieden. Ich bekomme von meinen Kund:innen einen Auftrag und eine Deadline – der Rest ist meist mir überlassen. Denn für den Kunden ist es egal, ob ich die Grafiken am Tag oder nachts gestalte, solange ich die Deadline einhalte. So kann ich in der Nacht arbeiten, wenn ich am produktivsten bin, und niemand stresst mich, wenn ich tagsüber durchhänge. So arbeite ich viel produktiver als in jedem Bürojob und fühle mich auch noch wohler und ausgeglichener.

Nachteil beim klassischen Freelancen – Kundenakquise 

Wäre alles so rosig und perfekt, dann gäbe es ja nur noch Freelancer. Doch das anstrengendste am Freelancing habe ich bisher verschwiegen: die nervige Kund:innenakquise. Traditionell musste man auf Ausschreibungen warten, sie im Stellendschungel finden, sich auf diese aufwendig und nach bestimmten Normen bewerben und dann hoffen, dass man den Auftrag bekommt. Das verschlingt Zeit und Nerven. Daher nutze ich jetzt nur noch Freelance Junior. Damit bekomme ich täglich neue Jobangebote, kann mir selbst überlegen, ob ich mich auf den Auftrag bewerben möchte und kann das mit einem kurzen Anschreiben und ein paar Klicks tun.

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Fazit: Deswegen Freelancing!

Freiberuflich und selbstständig arbeiten schreckt viele erstmal ab, und das hat es auch mich anfangs. Da schießen einem Wörter wie „Unsicherheit“, „Private Rente“ und „Gewerbeanmeldung“ durch den Kopf. Doch da wir als Studierende meist gar nicht Vollzeit arbeiten können und uns nur etwas dazu verdienen wollen, lösen sich viele dieser Probleme von selbst auf. Ich habe durch meine Freelancing-Tätigkeit vieles dazugewonnen: Ich verdiene Geld für Urlaube und Freizeit, ich erarbeite mir Referenzen für Bewerbungen und ich kann arbeiten wann, wie und so viel ich will und kann. Ich kann jedem nur empfehlen: Nutz deine Talente, denn sie machen dich besonders.

Kurt

Kurt

Redakteur:in

Kurt ist Master in Media and Communication Studies. Kurt kann und macht viel! So ist er als freier Fotograf für die dpa tätig  und erstellt Grafiken für die Europäische Kommission. Weil das noch nicht genug ist, managte er lange auch noch den Social Media Account seiner Hochschule,