Für Unternehmen

Worauf sollte man bei der Wahl eines Themes bei WordPress achten?

Sven Hörig · Medien- und Kommunikationsinformatik
Oktober 2019

Mittlerweile basieren laut eigenen Angaben rund 34 % der Websites im World Wide Web auf WordPress. Kein Wunder also, dass die Auswahl an Themes riesig ist und es schon lange große Marktplätze zum Erwerb dieser WordPress-Themes, gibt.

Auch ich als WordPress-Freelancer stehe am Anfang jedes Projektes vor der Frage: Welches Theme ist für dieses Webprojekt am geeignetsten?  Deshalb zeige ich dir in diesem Artikel, worauf ich bei meiner Auswahl achte bzw. worauf ich besonders viel Wert lege.

Der Zweck bzw. die Art der Website

Zuerst solltest du dir darüber bewusstwerden, was der Zweck deiner Website ist und um welche Art es sich bei der Website handelt. Handelt es z. B. um einen Blog, eine Business-Website, einen Onlineshop, einen Marktplatz oder ein Newsportal… – die Übergänge sind zwar sehr fließend, aber dennoch spezialisieren sich viele Themes auf bestimmte Bereiche.

Hinweis: es geht hier wirklich nur um die Art der Website und nicht die Branche, in der du dich befindest. Du brauchst also z. B. als Autohaus nicht zwingend ein Theme welches sich auf Autohäuser spezialisiert hat, sondern damit ist gemeint, dass es sich bei der Website eines Autohauses wahrscheinlich um eine Business-Website handelt und deswegen ein Business-Theme am ehesten in Frage käme.

Das Grobkonzept und die benötigten Features

Die Themeauswahl ist deutlich leichter, wenn du schon bereits eine grobe Struktur und/oder Design für deine Website hast. Hieraus und zusammen mit der Art der Website ergeben sich dann auch die Features, die deine Website benötigt. Im Optimalfall bringt das Theme diese Features schon von Haus aus mit.
Wenn du also bei deiner Suche nach dem geeigneten Theme schon weißt, welche Features du benötigst und welche Elemente wo platziert werden sollen, kannst du gezielt danach Ausschau halten, ob dies mit dem Theme realisierbar ist oder individuelle Anpassungen nötig sind. Features können beispielsweise ein Kalender für eine Veranstaltungen oder ein Buchungsformular sein.

Individuelle (Sonder-)Features

Es kommt selbstverständlich auch vor, dass Websites gewisse Spezialanforderungen haben, welche dann natürlich auch vorab bei der Auswahl des Themes beachtet werden müssen. Wenn du z. B. einen Onlineshop mit WordPress realisieren möchtest und dabei auf das WooCommerce-Plugin setzt, muss das Theme dieses auch unterstützen.

Richtet sich deine Website an ein internationales Publikum musst du hingegen vorab prüfen, ob das Theme zum einen Mehrsprachigkeit unterstützt und welches Plugin dafür genutzt werden könnte. Außerdem kann es hier wichtig sein, dass das Theme ebenfalls die right-to-left (RTL) Textausgabe beherrscht.

Solche Spezialanforderungen würde ich immer als erstes checken, weil sich damit ganz schnell und leicht Themes aussortieren lassen.

Responsive & SEO

Da mittlerweile mehr Besucher per Smartphone als per Desktop auf Websites zugreifen, ist es heutzutage ein absolutes Muss, die Website responsive bzw. mobiloptimiert zu gestalten. Hier aber eine kleine Entwarnung: mittlerweile sind fast alle Themes – vor allem natürlich die Premium-Themes – responsive und entsprechend für Mobilgeräte optimiert. Trotzdem solltest du aber jedes Themes darauf prüfen!

Zwecks Suchmaschinenoptimierung (SEO) gibt es auch spezielle Themes, die sich komplett darauf konzentriert haben. Meiner Meinung nach sind diese speziellen SEO-Themes aber nicht notwendig, da die gängigen Premium-Themes dies auch sehr gut können.

Premium-Themes vs. günstige Themes vs. kostenlose Themes

An dieser Stelle soll kein allumfassender Vergleich von ("teuren") Premium-Themes und günstigen bzw. kostenlosen Themes aufgeführt werden. Vielmehr beschränke ich mich hier auf die Vor- & Nachteile von Premium Themes und die Nachteile von günstigen und kostenlosen Themes.

Hinweis: mit "Premium Themes" sind vor allem die Topseller und bekanntesten/beliebtesten Themes gemeint

Hinweis 2: Die folgenden Punkte sind natürlich sehr stark verallgemeinert und es gibt einige Ausnahmen, deshalb gilt immer: jedes Theme individuell prüfen!

Vorteile von Premium Themes

  • mehr Features (meistens bzw. vor allem auch wegen dem Page Builder) -> dadurch ist man flexibler
  • viele Anpassungsmöglichkeiten
  • besserer Code
  • besserer Support
  • besser dokumentiert
  • größere Updatehäufigkeit -> schnellere Anpassung an WordPress Updates
  • individuelle Anpassungen sind leichter zu realisieren, da zum einen der Code in der Regel besser strukturiert ist und man zum anderen leichter Entwickler findet, die das Theme schon kennen und damit gearbeitet haben

Nachteile von Premium Themes

Da Premium-Themes mit Features vollgepackt sind, neigen sie dazu "aufgebläht" zu sein. Verständlich, denn sie wollen natürlich eine möglichst große Kundschaft erreichen.

Dadurch bringen sie jedoch eine enorme Anzahl an Features mit, die meist gar nicht benötigt bzw. genutzt werden, was wiederum die Performance der Website unnötig belastet. Mit nachträglichen Optimierungsarbeiten kann hier aber noch eine Menge rausgeholt werden, was dazu führt, dass sich trotz der Fülle an mitgebrachten Features der Premium-Themes eine durchaus performante Website bauen lässt.

Nachteile von günstigen und kostenlosen Themes

Im Grunde beschreiben die Vorteile der Premium-Themes das, was kostenfreie bzw. günstige Themes in der Regel nicht bieten. Als Entwickler stört mich vor allem, dass die Themes von Hause aus weniger Features besitzen und man weniger (unkomplizierte) Anpassungsmöglichkeiten hat.

Ein paar weitere generelle Kriterien

Sobald man nun ein paar Themes in der engeren Auswahl hat, gibt es noch ein paar weitere Faktoren, die man überprüfen sollte. Folgende Fragen stelle ich in diesem Fall:

  • Hat das Theme einen Page Builder und wenn ja, welchen?
  • Wie sind die Bewertungen des Themes?
  • Sind aufgeführte Kritikpunkte für mich verkraftbar?
  • Wie sind die Updatezyklen bzw. wie oft wird das Theme geupdated? (häufige Updates sind ein gutes Zeichen)
  • Wann wurde das Theme zuletzt geupdatet?
  • Wie schnell antwortet der Support und wie zufriedenstellend sind die Antworten? (Hier kann es sich lohnen einfach mal testweise eine Frage zu stellen, um ein Gefühl zu bekommen.)
  • Steckt ein einzelner Entwickler oder ein ganzes Team bzw. Unternehmen hinter dem Theme? (Auch, wenn ich als Freelancer natürlich ein Herz für Einzelkämpfer*innen habe, bevorzuge ich es doch, wenn das Theme von einem Team erstellt wurde, da diese Themes in der Regel häufiger geupdated werden.)
  • Wie ausführlich und hilfreich ist die Dokumentation?

Fazit

Wenn du eine Website mit WordPress umsetzen willst, lohnt es sich, Zeit in die Themenauswahl zu stecken, schließlich bildet das WordPress-Theme den Grundstock für deine Website. Aus diesem Grund würde ich die Wahl auch niemals am Preis festmachen – am Ende sind die Stunden, die du oder ein Entwickler, den du möglicherweise zu Hilfe holen musst, investierst, deutlich teurer.

Generell ist die Preisspanne bei WordPress-Themes nicht sehr breit. Gleich zu Beginn 10 oder 20 € mehr zu investieren, kann sich jedoch sehr lohnen. Vor allem, da ein späterer Wechsel des Themes nicht nur mit viel Aufwand verbunden ist, sondern auch das Risiko birgt, dem Ranking deiner Website bei den Suchmaschinen zu schaden.

Mit den Topseller-/Premium-Themes kann man aus meiner Sicht nicht viel falsch machen, weil diese nahezu alle Features abdecken und nur minimal mehr kosten als andere Themes. Sie bieten sowohl mehr Anpassungsmöglichkeiten und sind allgemein "zukunftssicherer".


Sven Hörig
Medien- und Kommunikationsinformatik
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Über Sven

Sven studiert Medien- und Kommunikationsinformatik. Er ist leidenschaftlicher Informatiker und beschäftigt sich viel mit den Themen App-Entwicklung, WordPress und SEO. Auch nach seinem Studium will er hauptberuflich als Freelancer arbeiten.

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