Erfahrungsberichte

Meine Erfahrungen mit dem Holvi Freelancer-Konto

Leander Tolksdorf · Informatik
August 2020

Als Freelancer*in ist neben der Kundenakquise und der eigentlichen Arbeit auch das Finanzielle ein wichtiges Thema. Wie also am Besten die Geldflüsse abwickeln? Das Konto bei der Hausbank reicht in aller Regel für den Anfang aus. Doch wenn die Transaktionen mehr werden, lohnt es sich, ein Konto extra für die freiberufliche Tätigkeit zu eröffnen.

In den letzten 10 Jahren hat sich einiges getan auf dem FinTech-Markt. So gibt es heute zahlreiche Online-Banken, die Kontos für Freelancer anbieten.

Meine Wahl fiel auf die finnische Bank Holvi. 2011 gegründet, zählt Holvi heute zu den wichtigsten Playern, wenn es um Bankkonten für Freelancer*innen geht.

Meine Erfahrungen erfahrt Ihr in diesem Bericht.

Anmerkung von Freelance Junior: Wenn du auf einen der Links klickst und danach ein Konto bei Holvi eröffnest, erhalten wir eine kleine Aufmerksamkeit. Dies hat weder unsere Auswahl im Kontenvergleich noch diesen Erfahrungsbericht beeinflusst. Freelancer-Ehrenwort!

Warum Holvi?

Seit einigen Jahren schießen neue Online-Banken wie Pilze aus dem Boden. Warum also habe ich mich für Holvi entschieden?

Neben dem papierlosen Anmeldeprozess (der bei modernen Banken eigentlich zum guten Ton gehört) und der kostenfreien Business-Mastercard hat mich vor allem die Möglichkeit, Rechnungen direkt im Dashboard zu erstellen, überzeugt. Dazu später mehr.

Alle Gelder in Holvi-Konten werden von Partnerbanken verwahrt und sind durch deren Einlagensicherung für den Fall einer Insolvenz von Holvi abgesichert.

Was kostet Holvi?

Das Preismodell von Holvi unterscheidet zwischen zwei Paketen: Starter und Grower.

Der wichtigste Unterschied ist hier die Limitierung von gestellten Rechnungen. Im Starter-Modell sind pro Monat nur drei Rechnungen inklusive, was für aktive Freelancer*innen schnell eng werden kann. Außerdem haben Starter-Kund*innen nur eine Mastercard inklusive und die Gebühren fürs Abheben liegen bei 2,5 Prozent.

Starter: 0€ / Monat

Grower: 12€ / Monat

Maximal 3 Rechnungen pro Monat

Unbegrenzt Rechnungen

Eine Mastercard

Drei Mastercards

2,5 % Abhebegebühr

2 % Abhebegebühr

Anmeldeprozess

Ich persönlich betreibe Freelancing als Nebenjob, deshalb reicht für mich aktuell das Starter-Modell aus. Sobald ich mehr als drei Rechnungen pro Monat stelle, muss ich jedoch wohl oder übel über ein Upgrade nachdenken.

Die Eröffnung meines Holvi-Freelancerkontos ging schnell und ohne Probleme. Nach Eingabe wichtiger Daten wie dem Namen, Anschrift, Rechtsform und Steueridentifikationsnummer kann auch schon die Verifikation losgehen.

Hierfür nutzt Holvi den Drittanbieter IDNow, der mittels Videoanruf die Angaben auf dem Ausweis oder Reisepass überprüft und im Anschluss das Konto freischaltet.

Der ganze Prozess dauerte bei mir nicht mal eine halbe Stunde und ich musste kein einziges Blatt Papier ausfüllen. Das ist ein tolles Konzept und ein riesiger Vorteil gegenüber traditionellen Filialbanken.

Nach zwei Tagen landete auch die Mastercard mitsamt Kontounterlagen im Briefkasten, mit der ich nun Online- und Offlinezahlungen tätigen kann.

Was bietet Holvi?

Allgemein lässt sich sagen, dass bei Holvi die User-Experience Priorität hat. Vorgänge, die an traditionellen Banken gerne mal zur Farce werden (Beispiele: Eröffnung, photoTAN, Support), funktionieren bei Holvi einfach und unkompliziert. 

Das Dashboard ist übersichtlich und sinnvoll strukturiert, Überweisungen werden in Sekundenschnelle über die App autorisiert und wenn doch mal was nicht klappt, ist von 9 bis 17 Uhr der Live-Chat stets zu Diensten. Hier wurde mir gut geholfen, als ich im Nachhinein auf einer Rechnung die Steuernummer korrigieren musste.

Rechnungen

Oben hatte ich schon angedeutet, welches Feature mir besonders gefällt: Die integrierte Rechnungsstellung. Für mich gehört die Rechnungsstellung nicht zu den Lieblingsaktivitäten. Schreiben, absenden, Geldeingang prüfen, Rechnung archivieren. Das sind viele Einzelschritte auf vielen verschiedenen Plattformen. 

Holvi fasst das ganze weitestgehend zusammen. Ich wähle im Dashboard einfach den Empfänger aus meinem Kontaktbuch aus oder erstelle einen Neuen. Dann beschreibe die Leistungen mit Preis oder wähle eine Leistung aus dem Bestand aus. Fälligkeitsdatum wählen - und fertig! Um die Rechnungsnummer, Steuernummer und den Kleinunternehmer-Hinweis kümmert sich Holvi.

Nun habe ich eine Rechnung als PDF mit allen benötigten Angaben, die ich einfach an meine Kund*innen sende. Später verknüpfe ich zur Übersicht die Überweisung mit der Rechnung.

Leider bin ich in Farbgebung, Layout und Schriftart strikt an Holvis Vorgaben gebunden, sodass die Rechnungen recht langweilig und unpersönlich aussehen. Hier wäre es schön, wenn der/die Freelancer*in auch seinen Rechnungen einen individuellen Look verpassen könnte.

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Buchhaltung

Meine Buchhaltung erledige ich mittlerweile über Holvi. Als Web-Entwickler kaufe ich beispielsweise online Software oder Themes mit der Holvi-Mastercard. Die Transaktionen werden nach einigen Sekunden im Konto angezeigt. Dann lade ich einfach den entsprechenden Beleg im Holvi-Dashboard hoch und verknüpfe ihn mit der Buchung.

Am Ende des Jahres habe ich alle Transaktionen und Belege an einem Ort liegen und kann sie direkt für die Steuererklärung herunterladen.

Für Nutzer der Buchhaltungs-Software lexoffice besteht die Möglichkeit, das Holvi-Konto darin einzubinden, um die Buchhaltung noch einfacher zu gestalten.

Smartphone-App

Ohne App geht heutzutage nichts. Auch Holvi bietet eine App für iOS und Android an. 

Die Holvi-App bietet die wichtigsten Funktionen des Geschäftskontos auch für unterwegs an. Ich kann Transaktionen verfolgen, Geld überweisen und Rechnungen ansehen und erstellen. Außerdem kann ich die PIN meiner Mastercard einsehen und ändern sowie meine Auszahlungs- und Transaktionslimits im Blick behalten.

Auch Belege kann ich einfach über die Holvi-App einscannen und mit Transaktionen verknüpfen.

Sollte meine Karte mal verloren gehen, kann ich Zahlungen direkt über die App sperren, ohne irgendeine Hotline anrufen zu müssen.

Nicht zuletzt dient die App auch zur Freischaltung von Überweisungen und Desktop-Anmeldungen mit 2-Faktor-Authentifizierung, welche ich grundsätzlich empfehle, einzuschalten.

Dokumentenexport

Eine sehr praktische Funktion - wenn auch mit einem großen "Aber" - ist der einfache Dokumentenexport. 

Holvi bietet an, Dokumente wie Rechnungen, Überweisungsbelege oder Quittungen sowie Geschäftsberichte für bestimmte Zeiträume zu exportieren. Praktisch, wenn man die Steuererklärung macht oder einen Überblick gewinnen will.

Leider gibt es hier einen entscheidenden Haken: Der Export ist nur auf Dropbox möglich. Ich persönlich benutze aber die Telekom-Cloud, weshalb mir und vielen Anderen dieses tolle Feature leider verwehrt wird. Die Möglichkeit, die Dokumente als ZIP-Archiv zu exportieren besteht aktuell nicht. Das ist sehr schade!

Ich finde die Idee des Dokumentenexports sehr gut, sie wird hier aber leider sehr schlecht umgesetzt, sodass ich, solange es dafür keine Lösung gibt, wohl alle Rechnungen händisch herunterladen muss.

Fazit

Holvi bietet mit Funktionen wie Rechnungsstellung, Buchhaltung und einer kostenlosen Mastercard ein interessantes Rundumpaket für Freelancer*innen, das über die reine Kontoführung hinausgeht. Die kostenlosen Funktionen reichen für nebenberufliche Freelancer*innen in aller Regel aus.

Die Zusammenfassung wichtiger Aufgaben in einem Dashboard ist für Freelancer*innen sicher von Vorteil, einige Funktionen stecken aber leider noch in den Kinderschuhen. Hier sollte an einigen Stellen noch nachgebessert werden.

Alles in einem ist das Freelancer*innen-Konto von Holvi im Starter-Modell eine solide Basis für die Abwicklung meiner Aufträge und wird mir sicher auch in Zukunft einiges an Arbeit erleichtern.

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Über Leander

Leander studiert Informatik und arbeitet neben seinem Studium als Freelancer in den Bereichen Text- und Websiteerstellung.

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