Für Unternehmen

Was muss ich bei einem NDA bei der Zusammenarbeit mit Freelancer*innen beachten?

Jan
November 2020

Für ein Non-Disclosure Agreement (NDA) gibt es im Deutschen viele Namen: Geheimhaltungsvereinbarung, Geheimhaltungsvertrag, Vertraulichkeitsvereinbarung oder Verschwiegenheitsvertrag sind nur ein paar der gängigsten Bezeichnungen. Im Endeffekt beschreiben sie jedoch alle dasselbe, nämlich eine zweiseitige Vereinbarung, die alle beteiligten Vertragsparteien zur strikten und umfassenden Geheimhaltung von vertraulichen Informationen und Geschäftsgeheimnissen verpflichtet.

In diesem Artikel erfahrt ihr schnell und unkompliziert, was ihr bei einem solchen NDA beachten müsst. Außerdem haben wir einen Mustervertrag für euch erstellt, den ihr als Vorlage für eure eigenen NDAs nutzen könnt.

Was ist ein Non-Disclosure Agreement?

Wie bereits oben erwähnt, regelt ein Non-Disclosure Agreement die c, Daten und Geschäftsgeheimnisse. Beteiligte Parteien sind in der Regel ein Unternehmen auf der einen Seite und Mitarbeiter*innen, Freelancer*innen, Praktikant*innen, Geschäftspartner*innen oder Ähnliche auf der anderen Seite.

Das NDA wird häufig bereits im Vorfeld von Vertragsverhandlungen geschlossen, wenn beide Seiten sensible Informationen für die Zusammenarbeit miteinander teilen. Dabei kann es sich zum Beispiel um IT-Daten, Dokumente oder Patente handeln. Beide Parteien sind nach Abschluss des Agreements verpflichtet, diese Informationen nicht nach außen zu tragen.

Informationen und Daten, die bereits allgemein bekannt sind oder die generell über einen legalen Weg an Öffentlichkeit gelangen könnten sind vom Non-Disclosure Agreement ausgenommen.

Neben einer zweiseitigen Vereinbarung kann auch ein sogenanntes einseitiges NDA erstellt werden. In diesem wird nur eine Vertragspartei zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Das Nichteinhalten eines Geheimhaltungsvertrags kann unterschiedliche Konsequenzen zur Folge haben. Je nach Vertragsgestaltung kann neben festgelegten Vertragsstrafen auch eine Klage auf Unterlassung oder Schadensersatz erfolgen.

Beispiele für ein Non-Disclosure Agreement

Beispiel 1

Ein Unternehmen beauftragt eine Freelancerin mit der Produktion eines Werbefilms für ein bald erscheinendes Produkt. Die Freelancerin verpflichtet sich in einem NDA, vor Veröffentlichung des Films keine Einzelheiten über das noch nicht erschienene Produkt in die Öffentlichkeit zu tragen.

Beispiel 2

Ein Freelancer soll eine Firewall für das IT-System eines Unternehmens programmieren. Während dieser Arbeit hat er Zugriff auf verschiedene sensible Betriebsdaten des Unternehmens. Beide Parteien schließen deshalb ein NDA, sodass der Freelancer diese Daten für sich behalten muss.

Was sollte ein Non-Disclosure Agreement beinhalten?

Hier haben wir für euch zusammengestellt, welche Inhalte in einem NDA festgehalten sein sollten. Zudem haben wir ein vorgefertigtes Musterdokument für euch vorbereitet.

Vertragsinhalte

  • Vertragsparteien, für die das Non-Disclosure Agreement gültig und verpflichtend ist
  • Laufzeit des NDAs
  • Vertragsgegenstand (beispielsweise, um welches Projekt es sich handelt)
  • Zulässige und unzulässige Tätigkeiten
  • Wie genau sieht die Geheimhaltung aus (unter welchen Umständen und an wen dürfen Informationen weitergegeben werden etc.)?
  • Welche Informationen sind von der Geheimhaltung betroffen?
  • Welche Informationen sind von der Geheimhaltung ausgenommen?
  • Was passiert im Falle eines Vertragsbruchs (Vertragsstrafen etc.)
  • Unterschriften beider Parteien

Musterdokument / Vorlage

Kommt gerne auf uns zu, wenn ihr ein NDA benötigt und Interesse an einem Muster habt. Schreibt uns einfach an compliance@freelancejunior.de – wir freuen uns stets zu helfen!

Fazit

Wenn mehrere Parteien zusammenarbeiten, kann es immer vorkommen, dass Informationen ausgetauscht oder eingesehen werden können, die nicht für Dritte bestimmt sind und deren Inhalt aus geschäftlichen Gründen nicht nach außen getragen werden sollte. Da man auch bei Freelancer*innen oder anderen Mitarbeitenden nicht immer nur auf Vertrauen allein setzen sollte, empfiehlt es sich, die Geheimhaltung solcher Daten und Informationen vertraglich festzuhalten. Hierfür stellt ein sogenanntes Non-Disclosure Agreement eine gute Möglichkeit dar. Dieses sollte wenn möglich bereits im Vorfeld von Vertragsverhandlungen aufgesetzt werden. Wenn alle nötigen Vertragsinhalte vorhanden sind bietet das NDA große Sicherh

eit, da für beide Seiten genau ersichtlich wird, welche Pflichten sie bezüglich der Geheimhaltung einzuhalten haben. Weiterhin ist es auch möglich das NDA einseitig zu gestalten, sodass nur eine der beiden beteiligten Vertragsseiten zur Geheimhaltung verpflichtet ist.


Über Jan

Jan studiert Germanistik und unterstützt Freelance Junior im Bereich Marketing. 

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