Studentenleben

Unbewusstes Sparen mit dem Mehrkonten-Modell

Martin Seubert · E-Commerce
September 2016

Einem Studierenden fehlt es chronisch an zwei Dingen – Schlaf und Geld. Ersterem ist nur mit einem guten Zeitmanagement entgegenzuwirken, an dem fehlenden Geld dagegen kann man aktiv und passiv arbeiten. Wenn das studierende Kind sich mal wieder bei seinen Eltern über die schlechten finanziellen Mittel beklagt, bekommt es meistens den Klassiker „Such dir halt ´nen Job!“ zu hören. Das wäre beispielsweise eine aktive Methode. An die passive und körperlich keineswegs belastende Möglichkeit denkt dagegen kaum jemand – das gute alte Sparen. Ihr werdet jetzt vielleicht sagen: „Wie soll ich denn was sparen, wenn am Monatsende eh kaum was übrig bleibt?“. Das Zauberwort hier lautet: unbewusst.

Mit Hilfe eines Mehrkontenmodells und des dazugehörigen unbewussten Sparens lassen sich märchenhafte 30 – 40 Prozent mehr Ersparnisse anhäufen, als mit dem obligatorischen Dauerauftrag von monatlichen 20 Euro für die heuchlerische „Altersvorsorge“. Da ist sogar mal ein neuer Laptop oder ein schickes Rennrad drin!

Mit diesem kleinen Rechenbeispiel möchte ich euch hier einen kleinen Überblick über das Mehrkontenmodell und dessen Infrastruktur geben:

01. Einteilung der monatlichen Ausgaben 

Der Großteil aller Studierenden schaut einen nur mit offenem Mund verdutzt an, wenn man Sie mit der Frage konfrontiert, wie sich ihre Fixkosten im Verhältnis zu ihren variablen Kosten verhalten. Doch das ist Grundlage eines jeden erfolgreichen Sparkonzeptes – unter anderem dem Mehrkontenmodell. In unserem Beispiel teilen sich die Kosten wie folgt auf:

Fixe Kosten (Kosten, die monatlich in annähernd gleicher Höhe auftreten)

  • Miete     300 Euro
  • Mobilfunkverträge   40 Euro
  • Internetflatrate   25 Euro
  • Bewusstes Sparen   10 Euro
  • Altersvorsorge   20 Euro

Variable Kosten (Kosten, die monatlich unregelmäßig auftreten) 

  • Essen & Trinken    ca. 120 Euro
  • Kleidung       ca. 75 Euro
  • Spaß & Ausgehen   ca. 80 Euro

Die variablen Kosten stehen für unseren Konsum und fallen jeden Monat unterschiedlich hoch an. Es gibt Monate, da kauft man sich neue Schuhe, geht mit seiner Freundin zum Dreijährigen hübsch essen oder mit seinen besten Freunden mal ordentlich einen draufmachen. Alle diese nicht kalkulierbaren Ereignisse werden hier also berücksichtigt.

 

02. Das FIX-Konto

In unserem Beispiel stehen uns monatlich 800 Euro zur Verfügung. Wie diese sich zusammensetzen ist an dieser Stelle irrelevant. Wichtig ist nur, dass alle Einkünfte auf einem einheitlichen Konto eingezahlt werden – dem FIX-Konto. Über dieses Konto laufen auch alle Verträge und sonstigen Kosten, die wir in die Kategorie Fixe Kosten (s. oben) eingeteilt haben. Von unseren anfänglichen 800 Euro bleiben also 405 Euro übrig. Nachdem alle Abbuchungen auf diesem Konto erledigt sind, geben wir uns noch ein monatliches Taschengeld in Höhe von 320 Euro. Dieses Geld überweisen wir per Dauerauftrag auf ein zweites Konto – dem KONSUM-Konto. Als FIX-Konto bietet es sich – gerade als Freelancer – an, ein Konto zu Geschäftszwecken zu eröffnen.

 

03. Das KONSUM-Konto

Im Mehrkontenmodell ist dein KONSUM-Konto im Normalfall dein jetziges Girokonto. Die EC-Karte immer im Portemonnaie, hebst du damit dein Bargeld ab oder bezahlst deine Einkäufe an der Kasse. Das Geld steht dir hier zur freien Verfügung, ist ja schließlich auch dein Taschengeld. Ist das Geld am Monatsende aufgebraucht, ist das nicht weiter schlimm. Sollte jedoch noch etwas übrigbleiben, umso besser. Hier kommt nämlich jetzt der Clou an der ganzen Sache – das Abräumen.

 

04. Das Abräumen der Konten

Der Monat ist mal wieder viel zu schnell vorübergegangen und die bevorstehenden Klausuren haben uns zu einem partylosen Dasein in unserem einsamen Zuhause verdammt. Aus finanzieller Sicht freut sich aber unser Geldbeutel, denn die variablen Ausgaben für Spaß & Ausgehen sind diesen Monat extrem gefallen. In unserem konkreten Fall um ganze 60 Euro. Kosten für Essen, Trinken und Kleidung haben sich allerdings die Waage gehalten und sind weder gefallen noch gestiegen. Dadurch ist diesen Monat unübersehbar etwas Geld übrig geblieben. Auf dem FIX-Konto stehen noch 85 Euro und auf dem KONSUM-Konto noch ganze 105 Euro. Dieses Geld lassen wir nicht einfach auf den schlecht verzinsten Konten stehen, sondern erteilen unserer Bank den Auftrag, an einem bestimmten Tag im Monat den Überschuss auf den Konten leerzuräumen und das gesammelte Geld auf ein weiteres Konto zu überweisen. Damit setzen wir uns nicht der Gefahr aus, das Geld im nächsten Monat in einem Konsumrausch auf den Kopf zu hauen oder es von der Inflation auffressen zu lassen.

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05. Die kurzfristigen Zwecke

Auf unserem nun mittlerweile dritten Konto fließt das abgeräumte Geld von unserem FIX- und KONSUM-Konto, zusammen mit den monatlichen 10 Euro unseres bewussten Sparens. Dieses Konto bildet Rücklagen für Eventualitäten, wie die kaputte Waschmaschine oder den spontanen Urlaub nach Mallorca. Es ist quasi ein Puffer für Unvorhergesehenes und sollte schnellstmöglich die magische Grenze von 5000 Euro überschreiten. Erst dann gleichen nämlich die eingehenden Zinserträge den Kaufkraftverlust des Ersparten wieder annähernd aus. Diese 5000 Euro erscheinen euch an dieser Stelle vielleicht unerreichbar, aber glaubt mir, es geht schneller als ihr denkt. Zudem ist das Mehrkontenmodell natürlich auch für bereits Berufstätige sinnvoll, die diesen Puffer selbstverständlich schneller füllen werden. Alles was dann wieder über diese Grenze hinausgeht, fließt wiederum auf ein höher verzinstes Konto für mittelfristige Angelegenheiten.  

 

06. Die mittelfristigen Zwecke

Hier sammeln sich alle finanziellen Mittel, die nicht zur Deckung der fixen und variablen Kosten benötigt wurden und auch die Grenze des Tagesgeldkontos für kurzfristige Zwecke sprengen würden. An dieser Stelle lohnt es sich bereits über die Geldanlage in einen Fonds oder ein eigenes Depot für Wertpapiergeschäfte nachzudenken. Das Risiko bei diesen Anlagen muss aber jeder für sich abschätzen und eine geeignete Kontoart wählen. Die Verfügbarkeit des Geldes spielt hier allerdings eine eher zweitrangige Rolle und sollte einer höheren Rendite hintanstellen. Auf diesem Konto werden Ersparnisse für mittelfristige Ziele, wie zum Beispiel der Kauf eines neuen Autos oder der Bau eines Hauses, angehäuft. Auch hier kann man sich wieder eine Grenze setzen und das überschüssige Geld von der Bank am Monatsende abräumen lassen und auf ein noch höher verzinstes Kontenmodell überweisen.

 

07. Die weiteren Konten

Dieses Rad der Konten, Überschüsse und Verzinsungen könnte man so immer weiterspinnen. Doch für den gemeinen Studierenden mit begrenzten finanziellen Mitteln soll es bis hierhin erstmal genügen. Sinnvoll ist natürlich immer noch ein separates Konto, das für die größte aller finanziellen Herausforderungen angelegt werden sollte – die Altersvorsorge.

 

Zusammenfassung

Mithilfe des Mehrkontenmodells lässt sich in beachtlicher Zeit eine Grundlage für das Alter bilden und weitaus größere Ersparnisse anhäufen, als nur mit diszipliniertem Sparen. So rückt der Traum des eigenen Autos vielleicht schon ein paar Monate früher in greifbare Nähe. Einmal die Infrastruktur richtig eingerichtet, läuft die ganze Mechanik im Hintergrund nämlich von alleine und versetzt euch immer wieder beim Anblick der Kontoauszüge ins Staunen. Kleine Anpassungen lassen sich in den ersten Wochen ohne Problem noch feinjustieren.  Das Mehrkontenmodell kann dadurch perfekt auf die eigenen Bedürfnisse optimiert und perfektioniert werden.

Ein kleiner Tipp noch zum Schluss: Viele Städte bieten mittlerweile kostenlose Beratungstermine speziell für Studierende an und geben euch dabei weitere Tipps zur Finanzplanung. Hierbei wird euch auch mit der Einrichtung eures Mehrkontenmodells geholfen. Informiert euch am besten auf der Website eurer Stadt. Und jetzt viel Spaß beim unbewussten Sparen!


Martin Seubert
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Über Martin

Hat nach vier Jahren Ausbildung und Arbeit den Schritt von der festen Vollzeitstelle hin zum Studium gewagt und teilt jetzt diese Erfahrung in seinen Artikeln. Martin schreibt über alltägliche Dinge aus dem Leben eines Studenten, zu bewältigende Herausforderungen und was es heißt, neben seinem Studium zusätzlich freiberuflich zu arbeiten.

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