Studentenleben

Egal, ob Bachelor oder Master – mit diesen 10 Tipps rockst du deine Abschlussarbeit

Lena · Journalismus und Unternehmenskommunikation
February 2020

Wissenschaftliche Arbeiten sind einer der eher unliebsamen Hauptbestandteile eines jeden Studiums. Im Zweifelsfall entscheiden sie sogar über unseren Abschluss. Auch die meisten von uns, die als Freelancer ihre Freiheit und Eigenverantwortung genießen, müssen früher oder später in den sauren Apfel beißen – sei es die Bachelor- oder, für ganz Mutige, die Masterarbeit. Du bist bereits Absolvent*in? Herzlichen Glückwunsch, dann kannst du jetzt weiterklicken und dich ganz dem Geldverdienen widmen. Falls du jedoch noch vor deinem Abschluss stehst, folgen hier 10 Tipps zum Planen und Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten, die dir helfen werden, deine Professor*innen zu überzeugen und den Abschluss zu rocken.

1. Such dir ein Thema aus, das dich wirklich interessiert

Das klingt tatsächlich banaler, als es ist. Viele Studierende wählen für ihre Abschlussarbeiten Themen, denen sie selbst nicht viel abgewinnen können – zum Beispiel, um ihre Professor*innen nicht zu enttäuschen. Klar ist es ein super Angebot, wenn deine Betreuungsperson dich bei der Themenfindung unterstützen möchte. Wenn du das Gefühl hast, du könntest ein bisschen Hilfe gebrauchen, solltest du das auf jeden Fall annehmen. Falls es aber ein Thema gibt, für das du wirklich brennst, zögere nicht, von deiner Seite aus einen Vorschlag zu machen. Du studierst Marketing und interessierst dich für die Automobilbranche? Dann untersuche zum Beispiel die Marketingstrategie von Mercedes! Du studierst Sportmanagement und liebst Pferde? Dann schreib über die Besonderheiten des Pferdesports! Ich bin mir sicher, deine Betreuungsperson wird dir helfen, einen passenden Bezug zwischen deinem Lieblingsthema und dem Studium herzustellen. Folgenden Vorteil hat das für dich: Je mehr du dich mit deinem Thema identifizieren kannst, desto motivierter und wissbegieriger wirst du deine Abschlussarbeit angehen – schließlich möchtest du selbst zu deinem Herzensthema so viele neue Erkenntnisse wie möglich gewinnen. Arbeitest du nur gelangweilt ein Thema ab, das dich nicht interessiert, könnte das dein Resultat womöglich beeinträchtigen.

2. Wähle einen passenden Titel

Den Titel seiner Abschlussarbeit denkt man sich im Normalfall nicht in zwei Minuten aus. Er sollte aufschlussreich, aussagekräftig und prägnant sein – schließlich wird deine Arbeit archiviert und eventuell sogar mal veröffentlicht. Damit wärst du dann ein*e waschechte*r Forscher*in! Daher sollten die Leser*innen deiner Arbeit sofort verstehen können, welches Thema du darin konkret behandelst. Du hast sicherlich schon einmal vom „Elevator Pitch“ gehört: Stell dir vor, du bist mit einer Person in einem Aufzug und hast so lange Zeit, ihr von deiner Idee zu berichten, bis sie wieder aussteigt. In wenigen, präzisen Sätzen fasst du so dein Thema zusammen – und daraus lässt sich dann sehr effizient ein spannender Titel formulieren. Bitte bedenke: Sobald du deine Arbeit beim Prüfungsamt angemeldet hast, ist es schwierig, im Nachgang noch Änderungen vorzunehmen. Mache dir daher ausreichend Gedanken über deinen Titel und melde erst dann an, wenn du zufrieden bist.

3. Erkundige dich über die Struktur und Formatierung

Auch den Aufbau deiner Abschlussarbeit solltest du nicht vernachlässigen. In der Regel folgen die meisten Bachelor- und Masterarbeiten einem sehr ähnlichen Roten Faden – trotzdem kann es sein, dass die Vorgaben der Prüfungsämter ein wenig voneinander abweichen. Gleiches gilt übrigens auch für Formatierung, Schriftgröße und Co. Daher der Tipp: Besorge dir bei deiner Betreuungsperson oder im Prüfungsamt deiner Universität bzw. Hochschule die entsprechenden Richtlinien. So bist du auf der sicheren Seite und reduzierst das Risiko, beim Schreiben etwas Wichtiges zu vergessen. Auch im regelmäßigen Austausch mit deiner betreuenden Lehrkraft kannst du überprüfen, ob die Struktur noch stimmt.

4. Formuliere Forschungsfragen und Hypothesen

Damit der Forschungsgegenstand deiner Abschlussarbeit greifbar wird, solltest du ihn mithilfe von Forschungsfragen und Hypothesen glasklar benennen. Die Forschungsfrage hilft dir und den Lesenden dabei, zu verstehen, was genau du in deiner Arbeit herausfinden möchtest. Du kannst eine große oder mehrere kleine Teilfragen stellen – wichtig ist nur, dass sie spätestens im Fazit ganz deutlich beantwortet werden. Falls du bereits eine Vorahnung hast, in welche Richtung deine Forschung geht, kannst du auch Hypothesen darüber aufstellen, was du herausfinden wirst. Auch diese solltest du dann spätestens im Fazit bestätigen oder entkräften können. Vorstellen solltest du deine Fragen und Hypothesen übrigens im Abstract und/oder in der Einleitung.

5. Wähle die Methodik, die zu dir und deinem Thema passt

Die meisten Abschlussarbeiten bestehen aus einem theoretischen und einem praktischen Teil. Der theoretische Teil setzt sich mit dem bisherigen Forschungsstand auseinander und gibt zahlreiche Erkenntnisse aus bereits vorhandener Literatur wieder. Im praktischen Teil machst du dir eine bestimmte Datenerhebungsmethode zunutze, um dein Thema selbst zu erforschen. Erhebungsstrategien gibt es viele – je nach Sachverhalt eignen sich verschiedene Methoden. Die Umfrage ist zum Beispiel sinnvoll, wenn du viele Daten auf einmal erheben möchtest, die gegebenenfalls ein breites Spektrum an Ansichten und Standpunkten zum Thema abdecken. Das Experteninterview eignet sich, wenn es zu deinem Forschungsgegenstand noch nicht so viel Literatur gibt. Bei der Beobachtung kannst du selbst ins Geschehen eintauchen und live die neuesten Entwicklungen analysieren. Deine Betreuungsperson steht dir bei der Wahl deiner qualitativen (behandelt den konkreten Inhalt deiner Forschung) oder quantitativen (behandelt eher die Daten und Fakten) Methode sicherlich gern zur Seite. Grundsätzlich gilt: Praxisnahe Themen sind mit „lebendigen“ Methoden wie dem Experiment oder der Beobachtung besser zu erfassen, theoriebasierte Arbeiten bedienen sich vielleicht eher an Strategien wie der Inhaltsanalyse oder der Umfrage.

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6. So nutzt du Zitate richtig

In deinem Theorieteil wirst du um den Einsatz von Zitaten leider nicht herumkommen. Wenn man einmal damit angefangen hat, ist es aber weniger schlimm, als man denkt – viele Studenten freuen sich sogar darüber, sich ab und zu auf den Worten anderer „ausruhen“ zu können. Nimm dir im Voraus am besten ein paar Stunden, um dir ausreichend Literatur zu besorgen. Auch das Internet kann helfen, denn Bibliotheken sind leider nicht immer auf dem neuesten Stand. Du solltest außerdem mit deiner Betreuungsperson Rücksprache halten, welche Zitationsrichtlinien sie bevorzugt. Die drei geläufigsten sind die Harvard-Zitierweise, die APA-Zitierweise oder die deutsche Zitierweise mit Fußnoten.

Meistens darfst du sowohl indirekte als auch direkte Zitate verwenden: Erstere paraphrasieren eine Aussage nur, während Zweitere sie wörtlich wiedergeben. Ein guter Mix aus beiden gestaltet deine Arbeit abwechslungsreich. Informiere dich am besten auch über die korrekte Schreibweise der entsprechenden Quellenangaben, denn das kann manchmal tricky werden.

7. Achte auf Einheitlichkeit

Dieser Punkt ist besonders wichtig, denn ein uneinheitlicher Schreibstil in wissenschaftlichen Arbeiten kann bei den Lesenden zu Verwirrung führen. Für einige Worte gibt es unterschiedliche Schreibweisen. Ein Beispiel: „Potential“ und „Potenzial“. Hier gilt es, sich für eine der beiden Varianten zu entscheiden und die gewählte Schreibweise dann in der gesamten Arbeit konsequent durchzuziehen. Dasselbe gilt für Abkürzungen – schreibe daher entweder „z.B.“ oder „zum Beispiel“. Beides durcheinander kommt nicht immer gut an.

Achte unbedingt auch bei der Wahl der Zeitform auf Einheitlichkeit. Üblicherweise wird das Präsens verwendet, aber hin und wieder kommt es vor, dass man Vergangenes beschreiben muss. Entscheide dich dabei dann entweder für das Präteritum oder das Perfekt. Andernfalls wird es für die Lesenden eventuell unangenehm.

8. Subjektivität ist nur manchmal erlaubt

… und zwar im methodischen Teil und im Fazit. Hier darfst du beispielsweise erklären, warum du deine Methode ausgewählt hast und aus welchem Grund du sie für sinnvoll hältst. Auch darfst du erläutern, welche deiner Erkenntnisse für die zukünftige Forschung wichtig sein könnten.

Im Theorieteil jedoch hat deine persönliche Meinung nichts verloren – hier gibst du nur das wieder, was andere Forscher bereits herausgefunden haben. Sogar einfache Begriffe wie „leider“, „total“, „natürlich“ oder „unglaublich“ sind subjektiv gefärbt und sollten umgangen werden – achte daher akribisch auf deine Wortwahl. 

Wo wir schon dabei sind: Auch der Einsatz gewisser Personalpronomen wie „ich“, „Sie“ oder „man“ ist unüblich. Man-Formulierungen können beispielsweise mithilfe von Passivkonstruktionen umschifft werden, Ich-Formulierungen vermeidest du, indem du dich selbst als „den/die Autor*in“ bezeichnest.

9. Copy + Paste ist keine Option

Einige Studierende machen sich das Leben einfach, indem sie Passagen aus ihrem Hauptteil im Fazit mit Copy + Paste nochmals einfügen. Das ist keine gute Idee, denn: Wer die Abschlussarbeit aufmerksam liest, dem fällt das mit einer Wahrscheinlichkeit von 99 Prozent sofort auf. Natürlich ist das Fazit dazu da, die wichtigsten Schlüsselerkenntnisse nochmals kurz und prägnant zusammenzufassen, um die Arbeit endgültig abzurunden. Das heißt jedoch nicht, dass man bereits Gesagtes 1:1 wiederholen sollte – das wirkt unprofessionell und faul. Nimm dir also bitte die nötige Zeit für deine Zusammenfassung und nutze neue, eigens dafür formulierte Sätze.

10. Last but not least: Lies dir deine Arbeit selbst vor

Das ist der effizienteste Weg, um Flüchtigkeitsfehler und unschöne Formulierungen schnell auszumerzen. Im Schreibfluss merkt man häufig nicht, dass man Wörter wiederholt oder dass der Anfang eines Satzes nicht zum Ende passt. Den Text schnell und leise zu überfliegen reicht oft nicht aus, um alle Ungereimtheiten zu entdecken. Also: Plane einen halben bis ganzen Tag ein, um dir deine gesamte Abschlussarbeit laut vorzulesen. So hörst du, wenn Wörter fehlen oder doppelt vorkommen, wenn Sätze zu lang und verschachtelt sind oder wenn sonst etwas nicht stimmt. Vielleicht hast du ja sogar nette Freund*innen oder Familienmitglieder, die dir dabei helfen.

Fazit

Mit diesen Tipps sollte eigentlich nicht mehr viel schief gehen. Übrigens sind sich auch die Professor*innen bewusst, dass man in seiner Abschlussphase durchaus mal Stress und Unsicherheit erlebt. Daher sind die meisten von ihnen wirklich verständnisvoll und geben auch bei den kleinsten Problemen gern Auskunft. Du musst dich nur trauen, auf sie zuzugehen.

Solltest du abgesehen davon in deinem Studium Probleme haben, schau dich gerne mal in unserem Magazin um. Hier gibt es einige spannende Artikel für Studierende.

Jetzt bleibt nur noch zu sagen: Viel Erfolg bei deiner Abschlussarbeit – du rockst das!


Lena
Journalismus und Unternehmenskommunikation
Über Lena
Lena hat in Köln Journalismus und Unternehmenskommunikation studiert und im März 2019 erfolgreich damit abgeschlossen. Mittlerweile wohnt sie in Berlin und geht dort als freie Texterin und Autorin ihrer Leidenschaft für das Schreiben nach.

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